19
Jun 14

Gelesenes – 18. Juni 2014

  • ZEIT 13/2014: „Wenig ist genug„, Maike Brzoska (31.3.2014)
    Über freiwilligen Konsumverzicht / Minimalismus. Zusammenfassung zum Thema, leider ohne Links nach draußen. Ist ja auch komplett unnötig ;).
  • ZEIT 24/2014: „Jugend ohne Sex„, Malte Henk (13.06.2014)
    Die Inspiration zum Artikel (The Guardian: „Why have young people in Japan stopped having sex?„, Abigail Haworth (20.10.2013)) wird wenigstens verlinkt. Ansonsten wären hier Quellen zu Behauptungen/Thesen/Studien schön gewesen. Erinnerte mich daran, dass ich das erste Mal in DE:BUG über Hikikomori las. Auch NEETs genannt (via Eden of the East). Eher trauriges Thema. Ebenfalls Lektüre im Englisch-Unterricht: The Economist „Generation jobless„, ? (27.4.2013)
    Wenn mal etwas Zeit zur Recherche bleibt, würde mich mal interessieren, wie es inzwischen aussieht. Sollte es überhaupt möglich sein, ein unbeeinflusstes Bild zu erhaschen.
  • Politik-Digital: „Balance zwischen Privatsphäre und Sicherheit – Geht das?„, Anne Korn (16.6.2014)

    „[…] “wer nichts zu verbergen hat“, auch nichts befürchten müsse.[…] Schaffen wir also die Privatsphäre ganz ab und installieren in jedem Wohnzimmer eine Kamera – nur für den Fall, dass die dadurch gewonnenen und abgespeicherten Videos irgendwann einmal zur Terrorabwehr wirksam werden könnten.“

    Mit Tablets, Smartphones und Co wäre dies doch schon in gewissen Umfang verwirklicht … oder doch nur eine Verschwörungstheorie… ?
    Erinnert mich an die BMFSFJ Webcamsticker-Aktion.

  • OpenSource.com : „The value of open data in academic science„, Wilma van Wezenbeek (16.6.2014)
    Über das Projekt 3TU.Datacentrum (TU Delft Library, TU Eindhoven, TU Twente)
  • Jakoblog : „Open-Access im (Neuerwerbungs)regal„, Jacob Voß (16.6.2014)
    Aufwerfen der interessanten Frage, ob OA auch in gedruckter Form bereitgestellt werden könnte/sollte/wird. Bringt mich schnell zum Thema des Verknüpfens der virtuellen Inhalte und der physischen Welt.

19
Apr 14

Wenn die Ohren am Genuß teilhaben

Der ein oder andere mag es bemerkt haben, ich bin ein großer Fan von Radioreportagen, Radiosendungen und noch mehr dem Nachhören der mich interessierenden Episoden via Podcast.

Seit dem ich fröhlicher Besitzer enies Internet-DAB-FM-Radios bin, höre ich häufiger ins laufende Programm verschiedenster Sender hinein und entdecke dabei die ein oder andere Perle. „Gans und gar“ (iTunes, RSS) ist eine solche Perle.

In etwas mehr als zwanzig Minuten widmen sich Thomas Hackenberg und Helmut Gote jeden Samstag um 19:05 Uhr  einem kulinarischen Thema – heute passend zu Ostern den Eiern.

Das Besondere: Neben Anektdoten und Wissenswertem wird verköstigt. Bekanntes und Neues wird probiert und mit Humor und Liebe zum Detail dem Hörer beschrieben. Die beiden Protagonisten schüren mit ihrer Art zumindest bei mir Lust auf mehr. Eine Inspiration, dem Essen – besonders den Details – Aufmerksamkeit zu schenken, zu genießen, bewusster zu konsumieren.

Dabei ist Dazulernen und leckere neue Rezepte Erfahren nicht ausgeschlossen ;).

 


07
Apr 14

Feed-induzierte Verknüpfungen

Eigentlich schlafen wollen – und dann ist da dieses Buch auf dem Nachtisch – und es schreit „Lies weiter!“. Ganz vernünftig habe ich es liegen lassend und doch, die Gedanken verselbstständigten sich und woben Verbindungen. Hier eine Verknüpfung, dort eine Erinnerung an eine Diskussion, die nicht passender hätte sein können.

Der vergangene Grund des Weiterlesen-Wollens war M.T. Andersons „Feed„. Eine Satire, eine Dystopie, eine Liebesgeschichte, Coming-of-Age Story in einer Welt, in der es scheinbar nichts anderes gibt als Konsum… Sehr gut getroffen hat es auch ein Freund: Hat was von Idiocracy und so könnte man sich ein von dummschwätzenden Surferkids – „Dude!“ – genervter William Gibson unter Pseudonym veröffentlichtes Werk vorstellen.

2014-04-07

Andersons Zukunftssprache ist für mich gefühlt einfacher zu lesen als jene in David Mitchells „Cloud Atlas„. Die Lektüre letzteren Buches kann ich all jenen, die Freude an Facetten der englischen Sprache haben übrigens sehr ans Herz legen ;).

Zu „Feed“ und der Sprache, dem Gesellschaftsbild, der Kritik, die das Buch in sich trägt. Der Querverweis zu H.G.Wells großartigem Werk „The Time Machine„, für mich ist es ein weiteres wundervolles Werk, um darüber zu diskutieren, es in Beziehung zu setzen zu anderen Dystopien (Entdeckt habe ich es übringes bei der Semesterliteratur der Bonner Anglisten bei Witsch + Behrendt Bonn / @unibuchwitsch, scheinen also auch andere für die Diskussion zu nutzen ;) ).

Authentischerweise fließt im Text immer wieder mehr oder weniger verständlicher Konsumterror ein. Da zu lange Aufmerksamkeitsspannen ja heutzutage nicht mehr en vogue sind, bringen diese doch eine gewisse Erleichterung in den Lesefluss. ;) Hatten wir gerade noch am Sonntag beim leckeren Brunch: die Aufbereitung von Information à la LeFloid oder „Schrödinger lernt …“ – um noch anspruchsvollere Beispiele zu nennen – „Serien“ oder „Wissensformate“, deren Sinn nichts anderes ist, als die Konsumlust der Eingefangenen in die richtigen Bahnen zu leiten.

Die heutigen Ansätze großer Firmen, uns ausgewählt nur die Dinge zu zeigen, die „uns interessieren“. Passend dazu heute auf dem Medienpädagogik Blog erschienen: „Wie Facebook Informationen filtert„. Ich werde ebenso nicht müde auf Eli Parisers TED-Talk the „Filter Bubble“ hinzuweisen. Sehen, darüber reden und ab und zu nicht die einfache Methode wählen.

Diesbezüglich finde ich den Menschen als Spezies sehr faszinierend. Wie einfach wir einzufangen sind, egal ob gegen besseres Wissen, gegen den Willen…

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Gestern fiel mir auch nochmals der sehr hörenswerten Beitrag von Deutschlandradio Kultur breitbandHer mit neuen Dystopien!“ ein.

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Und als ich gerade so tippte und überlegte welche Dystopien ich schon so gelesen habe, fiel mir auf, dass jene, welche ich auf Papier gedruckt in Händen hielt, mehr in meinem Gedächntnis verankert sind als die eBook-Varianten. Dabei habe ich durchaus sehr gute rein digitale Bücher gelesen. Irgendwie scheinen sie flüchtiger zu sein. Vielleicht brauche ich auch etwas ständig Sichtbares für die besonders bewegenden Werke. Vllt. in der Art der Leserin?

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Von der einen Vernetzung werde ich mich jetzt direkt in eine andere Vernetzung stürzen. Auf meinem To-Read-Stapel liegt „Erfindet euch neu! – Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“ von Michel Serres. Das Werk wurde von einer meiner Professorinnen mit sehr viel Leidenschaft empfohlen. Die Neugierde war geweckt und die Bibliothek meines Vertrauens hatte es sogar im Bestand.


18
Okt 12

Bezahl was du willst fürs Bündel

Frei übersetzt beschreibt der Titel die Funktionsweise des Humble Bundles. Humble Bundle, ursprünglich Spielepakete anbietend, bietet dieses Mal ein Paket von eBooks an. Das Bündel enthält sechs, bzw. 13 eBooks (Bild 1). Je nachdem, ob der Käufer mehr oder weniger als den durchschnittlichen Preis, dieser liegt im Moment bei etwa 14 Dollar, löhnt.

Bild 1: The Humble eBook Bundle

Eine Besonderheit der Humble Bundles ist, dass der Käufer entscheidet, wohin sein Geld fliest. So kann einem bestimmten Autor, wohltätigen Zwecken, Humble selbst, bei Spielen den Spielemachern oder den Musikern ein größerer oder kleinerer Teil des Geldes zugewiesen werden (Bild 2).

Bild 2: Der Käufer entscheidet, wer wie viel Geld bekommt

Humble Bundle, inspiriert von Steams Bundle-Sales,

„We recently teamed up with the Natural Selection 2 guys to do a bundle promotion, which was influenced by Steam’s indie bundles, and that was a huge success. So I was kind of brainstorming about what we could do to top that, and this idea came about. Everyone in the promotion is 100 percent independent, and we are all buddies, so it only took a few emails to organize the whole thing.“1

ist ansonsten nicht allein mit dem Anbieten von Paketen digitaler Güter für einen bestimmten Zeitraum.

The Digital Reader stellt im Artikel „Content Bundles are the New Groupon“ dazu die Vermutung an, dass Paketverkäufe der neue Hype im Marketingland sein könnten. Wobei die Idee selbst durchaus schon lange existiert.

Besitzer eines Macs kennen das Prinzip eventuell länger. Schon seit 2006 bietet Mac Heist Software im Bundle an. So auch aktuell, inklusive einem kleinen Schmackerl für all jene, die schon immer mal Evernote Premium ausprobieren wollten. Im aktuellen Bundle „Software im Wert von $539 für den Preis von $29“ sind 15 Monate Evernote Premium enthalten [via Evernote für Pfiffige].

Zu beobachten wären neu aufgetauchte Bündel Anbieter wie StoryBundle und Sug Nugget. Ich bin gespannt, was da noch so kommt. ^-^


  1. Quelle: http://arstechnica.com/gaming/2010/05/the-greatest-indie-game-sale-ever-and-how-it-came-to-be/ []