24
Mrz 18

Ein ordentliches Zertifikat

Das war schon länger überfällig. Nun habe ich also endlich die passenden Zertifikate für meine aktiven Domains erstellt mit Hilfe von Let’s Encrypt.

Dafür musste für mich als oller Windows-Nutzer erst mal eine funktionierende Linux-Maschine in der Virtuellen Box her. Und dann der Certbot. Zusammenbasteln des benötigten Befehls, sudo certbot --manual certonly, und nach einigen kleinen Hürden – Berechtigungen1 und angestaubtes Terminal-Wissen2 – landeten die benötigten Dateien dann tatsächlich in der Zertifikats-Administration von Hosteurope3. Juchuh.

Beim Verifizieren der Weblog-Domains scheiterte ich jedoch mit dem zu schnellen Griff nach Strg+C – sehr fatal im Terminal – und erinnerte mich an ein Script, dass ich wenige Minuten zuvor auf einer als „nicht meine Frage beantwortende“-Seite gesehen habe: hosteurope-letsencrypt von Sebastian Stein zu meiner Rettung.

Also schnell git installiert, das Repository geklont, die 3 Einstellungsdateien erzeugt, das Erzeugungspython-Script ausgeführt und die relevanten Dateien anschließend hochgeladen, Fertig.

Update: Okay, das war doch noch nicht alles. Mit Hilfe von Search & Replace mussten noch sämtliche URLs auf Bilder und andere Resourcen im Blog von http auf https geändert werden. Ich hoffe, ich habe jetzt alle erwischt.

 


  1. Wie kommt ein Nutzer noch mal in eine Gruppe? sudo usermod -a -G groupName userName []
  2. Wie kopiere ich nicht den symbolischen Link sondern die Datei dahinter? -L []
  3. Zertifikat : fullchain.pem, Key: privkey.pem []

13
Jan 18

Aufmerksamkeitsökonomie

Manchmal gibt es seltsame Zufälle. So bin ich bei dem Aufholen der ungelesenen Beiträge von ResearchBuzz‘ Firehose just über Farah Mohammeds Artikel “ The Rise And Fall Of The Blog“ gestolpert. Dort wird Gina Bianchini, welche sich gegen den Start eines Blogs in 2017 ausspricht, wie folgt zitiert:

“2017 is a very different world than 2007. Today is noisier and people’s attention spans shorter than any other time in history…and things are only getting worse. Facebook counts a ‘view’ as 1.7 seconds and we have 84,600 of those in a day. Your new blog isn’t equipped to compete in this new attention-deficit-disorder Thunderdome.”

Sie spricht aus der Perspektive einer Unternehmerin deren Ziel am Ende Umsatz ist1. Die Empfehlung, die dann kommt ist wahrscheinlich der aktuelle Stand des Marketing-Einmaleins2: Fokussierung, Personalisierung und diverse Maßnahmen zur Steigerung des Nutzer-Engagements, Sie nennt es „Deep Interest Network3.

Manche4 dieser Punkte lösen bei mir Widerstreben aus. Schnell gedacht scheinen sie nicht vereinbar mit meinem idealistischen utopistischen Wunsch5, dass das Internet ein Werkzeug hätte sein können mit dem Wissen und Gemeinschaftssinn hätten verbreitet bzw. gestärkt werden können. Langsam gedacht ist die Problematik natürlich um Einiges komplexer.

Und dann gibt es natürlich auch noch die andere Perspektiven. Die (potentielle) Rolle von Blogs in der Wissenschaftskommunikation, insbesondere im fast schon fließenden Übergang zwischen Blog und wissenschaftlichem Journal. Oder dass es in Zeiten der Auswertung auch der letzten Datenfitzel durchaus gut sein kann, die Kontrolle zu behalten.


  1. Oder weniger polemisch ausgedrückt: aus der Sicht eines Menschens, der am Ende des Tages Geld für Essen und ein Dach über dem Kopf braucht und eben jenes mit Spaß und nicht mit „unschöner“ Arbeit verdienen möchte []
  2. Die letztendlich nur Monetarisieren, was einst als Geektum verschrien war []
  3. Ironischerweise verwendet Alibaba einen Algorithm um die vielfältigen Interessen von Menschen vorherzusagen und bennent das Ergebnis ebenso: „Deep Interest Network for Click-Through Rate Prediction„ []
  4. einige []
  5. Assoziation dazu: sehr lesenswerter Beitrag über Visions-/Utopienlosigkeit von Rüdiger Suchsland in Telepolis: „Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es nie gab„ []

15
Apr 17

Die Mastodons erobern das Internet *toot.toot*

Zugegeben, ein etwas reißerischer Titel für ein Phänomen, welches tendenziell eher in der Nische zu beobachten ist. Ich bin jedoch sehr gespannt wohin die Reise der Mastodons geht und würde mich freuen, wenn aus dem Mini-Hype viele solide Communities erwachsen würden, die jenseits von Wachstums-Zwang und Kommerzialisierung einen sich gut anfühlenden Ort für den Austausch zwischen Gleichgesinnten bilden [via].

Was ist Mastodon?

Kurz zusammengefasst: Mastodon ist eine unter der GNU AGPL-Lizenz veröffentlichte Software, welche jedem Interessierten erlaubt ein twitter-ähnliches Microblogging-Netzwerk aufzubauen: seine eigene Mastodon-Instanz, mit eigenen Regeln.

Abb.1 an Tweetdeck erinnernde Ansicht der verschiedenen Timelines von Mastodon

Auf einer Instanz können sich – sofern diese Funktion nicht abgeschaltet oder beschränkt wurde – Nutzer einen Account erstellen. Sodann können Einträge („Toots“) bis zu 500 Zeichen verfasst und andere Nutzer verfolgt werden. Neben Hashtags, Bildanhängen, Mentions und private Nachrichten (Abb.1, grüner Pfeil), der eigenen Timeline („Home„) sowie einer Timeline aller auf der eigenen Instanz erfolgten öffentlichen Toots („Local Timeline„) und Notifications (wie bei Twitter) gibt es von Hause aus eine Funktion („CW„, Abb.1, roter Pfeil), mit der sensibler oder aus anderen Gründen versteckt werden sollender Inhalt ausgeblendet werden kann. Auch Bilder kann man mit der Eigenschaft „NSFW“ (Not Safe for Work) versehen, so dass sie nicht direkt angezeigt und mit einer Warnung versehen werden. Natürlich gibt es Emoticons (Abb.1, blauer Pfeil) und die Möglichkeit, Toots zu retooten („Boost„) oder mit einem Stern zu versehen – kein Herz *yay*.

Der größte Unterschied von Mastodon zu den aktuellen Netwerken ist natürlich die Dezentralität. Es existieren viele einzelne Instanzen mit z.T. unterschiedlichen Regeln. Die einzelnen Instanzen stehen jedoch nicht komplett isoliert nebeneinander, sonder es ist möglich, Nutzer von anderen Instanzen zu folgen. Außerdem gibt es eine Federated Timeline. In dieser werden alle der eigenen Instanz bekannten öffentlichen Toots angezeigt. Was heißt bekannt? Deine Instanz kennt alle Toots von Mastronauten anderer Instanzen, die von Mastronauten Deiner Instanz verfolgt werden.

In meinem Augen bietet Mastodon eine große Chance Orte zu schaffen, die für einen Neunutzer auf den ersten Blick einen erkennbaren Nutzwert ausstrahlen. Ich erinnere mich an Debatten darüber, dass Twitter für den unbedarften Nutzer unverständlich und verwirrend erscheinen konnte. Dass zwar ein Account angelegt, ein paar Informationsquellen gefolgt wurde, die dann nach kurzer Zeit brach liegen gelassen wurden, da sich ein Mehrwert nicht erschlossen hatte.

Bei einem Blick auf die inzwischen veraltete Mastodon-Instanz-Liste auf GitHub fiel mir z.b. ins Auge, dass für die Furry-Community überproportional viele Instanzen existierten. Bei der aktuellen Liste gibt es leider keine Beschreibung mehr auf der Übersichtszeite – es kitzelt mich ja ein bisschen in den Fingern dies auszuwerten.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, wie jene von John Henry, welcher Mastodon in seinem lesenswerten Beitrag als Totgeburt bewertet. Diese Bewertung ist selbstverständlich aus einer bestimmten Perspektive erfolgt. Die Kritikpunkte rund um die Macht des Instanzbetreibers, dass Instanzen andere Instanzen blockieren können und dass das was man in der Federated Timeline sieht sehr stark vom Betreiber der eigenen Instanz abhängt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Ich wittere hier eine Chance für die Entwicklung eines guten Miteinanders. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass bei den bestehenden Netzwerken der Zug für eine Bottom-Up-Entwicklung abgefahren ist. Und damit bleibt wahrscheinlich nur Überwachung und Zensur :-/. Sich basierend auf gemeinsamen Interessen entwickelnde Instanzen haben es da viel leichter einen gemeinsamen Konsenz zu finden. Verklärt utopistisch gesprochen könnte es leichter fallen, diesen gemeinsamen Konsenz tranparent zu kommunizieren und die eigene Instanz durch Microfunding (z.B. via Patreon: Gargron: mastrodon developer & mastodon.social, Valentin Ouvrard: mastodon.cloud) zu tragen. Dass diese Vorstellung eher naiv ist, ist mir bewusst. Hier möchte ich die Hoffnung einfach nicht aufgeben ;) und mir sind Foren-Communities (auch größere) bekannt, die von wertschätzendem Miteinander geprägt sind.

Also, go for it! Übrigens, es gibt bereits eine Bonner Instanz: bonn.social

 

 

 


01
Jan 17

Eigenes Tweet-Archive mit Hilfe von OZHs Plugins [Update: 2018-01-12]

UPDATE: Diese Anleitung funktioniert nicht mehr.

Man nehme: eine neue WordPress-Instanz, das Plugin Ozh‘ Tweet Archiver, das passende Theme Ozh‘ Tweet Archive und bei mehr als 3600 Tweets das eigene Twitter-Archiv (Im Twitter-Account unter „Dein Twitter Archiv„) und ein Import-Script et voilà: ein Backup der eigenen Tweets unter eigenen Kontrolle.

Btw.: Merci beaucoup Ozh Richard (Blog) for sharing your awesome work!

Das Theme kann und sollte man anpassen – sinnvoll ist es, zumindestens die Kontaktdetails und den Twitternamen in der Datei header.php austauschen ;). Auch bietet es sich an das im Theme-Ordner „img“ gelegene Avatar-Bild „new-profile.jpg“ mit dem eigenen Avatar-Bild zu ersetzen. Die Header-Grafik ist in der Datei 1500×500.png abgelegt.

Ein eigenes Kopfbild kann man schnell z.B. mit den Onlinetools ZenBG- Background Generator, dem Unique Gradient Generator oder dem Trianglify Generator erstellen.

Wer keine Angst vor CSS hat1, der wird ziemlich einfach Anpassungen bzgl. der Farben oder anderen Formatierungen in der Datei style.css vornehmen können. So wollte ich z.B. eine einheitliche Schriftgröße für alle Tweets und nicht, wie voreingestellt, unterschiedliche Größen abhängig von der Länge.

.tweet.short.is_no_reply > p,
.tweet.medium.is_no_reply > p,
.tweet.long.is_no_reply > p, 
body.single #tweets .tweet {
  font-size:16px;
  line-height:20px;
 }

Einfacher wäre es natürlich, die Formatierung komplett zu löschen ;). Aber wer weiß, ob ich es nicht vielleicht doch einmal anders haben mag und auf diese Art und Weise weiß ich noch, wie die Klassen heißen.

Retweets hervorheben

Was ich mir nach der Einrichtung wünschte, war eine Hervorhebung von Retweets. Da dies bisher nicht vorhanden war, habe ich ein wenig an der Datei functions.php herumgedoktort und die Funktion otat_get_tweet_style() um eine simple Abfrage nach dem String „RT“ in Tweets erweitert.

function otat_get_tweet_style() {
    $tweet       = get_the_title();    
    $firstrt  = strpos( $tweet, "RT" );
    if ( $firstrt === 0  ) {
        $is_rt = "is_rt";
    } elseif ($firstrt > 0) {
        $is_rt = "is_inline_rt";
    }     else $is_rt = "no_rt";

    $title    = strlen( $tweet );
    $is_reply = ozh_ta_is_reply_or_not( false );
    if( $title > 100 ) {
        $style = 'long';
    } elseif ( $title > 50 ) {
        $style = 'medium';
    } else {
        $style = 'short';
    }
    return "$style $is_reply $is_rt";

Das klappt super für die Startseite. Die Retweets formatiere ich über die Klasse .tweet.is_rt. Für das Archiv muss ich dies nochmal überprüfen bzw. wahrscheinlich wo anders anpassen.

Sobald ich das Gefühl habe, dass es funktioniert, werde ich auch zusehen, das ganze vernünftig auf GitHub zu Verfügung zu stellen.

Noch ein kleiner Hinweis: Natürlich dauert der Import von vielen Tweets eine ganze Weile. Es werden immer 15 Tweets am Stück importiert und die Seite läd sich etwa alle 5 Sekunden neu für die nächsten 15 – you can do the math ;).

Wer sich nun auf die Suche nach meinem Archiv begibt, den muss ich leider enttäuschen. Mit Hilfe eines Bitnami-WordPress-Stacks habe ich das Archiv lokal angelegt. Dazu vielleicht in einem späteren Post mehr.


  1. oder z.B. DuckDuckGos Cheat-Sheet-Funktion nutzt, die über den Suchergebnissen angezeigt wird, z.B. für „text-decoration css„ []

21
Feb 15

Papierlos und mit Notizblock

Während meines Erststudiums kam mir häufig der Gedanke „so viel unnötig ausdgedrucktes Papier„, wenn mal wieder ein Paper hier und ein Paper dort zu lesen war (nicht wegen des Inhalts!). So fiel die Entscheidung bei der Auswahl der unterstützenden Hardware für mein Weiterbildungsstudium auf ein ThinkPad Yoga, welches neben normalen Notebook-Fähigkeiten einen Tablet-Modus besitzt und Digitizer unterstützt.

Die Idee und die Mittel, das Studium ohne Papiermüll durchzuziehen war vorhanden. Die Realität sieht jetzt nach drei Semester etwas anders aus. Spätestens beim Lernen für Klausuren, beim Erstellen von Konzepten oder zum Denken greife ich auf Papier zurück. Gewohnheit? (Im Hinterkopf meine ich, da mal was über eine Studie gelesen zu haben… )

Irgendwie habe ich das Gefühl, die mit der Hand auf Papier geschriebenen Inhalte gehen besser in mein Gehirn. Digitale Papiere vor mir auszubreiten um ein Bild des großen Ganzen zu erhaschen ist für den Hausgebrauch eher teuer. Auch wenn Multitouch-Tische bestimmt schicke Anwendungen erlauben. Microsofts HoloLens und ähnliche Projekte könnten in Zukunft bei solchen Bedürfnissen helfen.

Bei der jetzigen Praxis hilft mir das jedoch wenig. Durch einen Blogbeitrag von Manfred Kaul wurde ich dann auf Mirole aufmerksam. Das im Beitrag verlinkte Video „Surface Pro und OneNote für Studenten„, welches als Kommentar auf die relative Unzufriedenheit der Windows-verwendenden Teilnehmer des Projekts Papierloses Studium an der ZHAW Zürich entstand, machte mich neugierig.

Im Zuge meines Weiterbildungsstudiums versuchte ich, OneNote 2013 als Mitschreibewerkzeug einzusetzen. Die Stärke, verschiedenste Medien in einem Notizbuch zu Kombinieren und handschriftlich zu annotieren, fiel auf. Jedoch stolperte ich über den ein oder anderen Haken. Das Drucken von großen PDFs nach OneNote kann schon mal eine Weile dauern und sehr gestört hat mich, dass der Ausdruck zu viele Seiten erzeugte.

Im Video habe ich gelernt: Es 2015-02-21 OneNotegibt eine Möglichkeit ein PDF auf einer Seite eines OneNote-Notizbuches auszudrucken. Und nachdem ich unter Optionen » Erweitert » Ausdrucke das Häkchen bei „Lange Ausdrucke auf mehrere Seiten einfügen“ entfernt habe, hat es sogar funktioniert ;).

Persönlich kann ich das Bevorzugen von iPad zum Lesen von PDFs jedoch nachvollziehen. Manchmal benötige ich nicht die eierlegende Wollmilchsau, sondern ein schlankes Werkzeug mit gut durchdachtem UI. So etwas wie PDF Cabinet. Die Menüführung ist einfach, unaufdringlich und enthält alles, was mir beim Lesen und Annotieren von PDFs wichtig ist. Wechseln der Highlighter oder Stift-Farbe ein intuitiver Fingerstreich. Ach gäbe es das Tool doch nur für Windows…

Nach einem Jahr mit Windows 8.x wirkt es auf mich immer noch so, als seien Windows-Anwendungen, die für Tablettmodus und Stift- oder Fingereingabe optimiert sind, rar. Wenn ihr Empfehlungen habt, ich würde mich über jeden Hinweis freuen :).

Und das Gewicht ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Heute würde ich wahrscheinlich nicht mehr zu einem Convertible mit fixer Tastatur greifen, sondern zu einem Gerät, bei dem die Tastatur abmontiert werden kann. Jedes Gramm weniger hilft ;).

Dann gibt es noch die andere Seite.

Just vor ein paar Tagen floss ein Hinweis auf einen sehr sehenswerten Vortrag von dem CCC Concress 2014, 31C3: a new dawn, durch meinen virtuellen Strom: „David Kriesel: Traue keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast„. David Kriesel beschreibt dort unterhaltsam und informativ, wie Profigeräte von Xerox über mehrere Jahre durch Pattern Matching eingescannte Texte abänderten [via Netzpolitik]. Mit verherrenden Implikationen, denke man an Firmen, die ihre Post nur noch in gescannter Form verarbeiten. Ich weiß, dass dies z.B. bei meiner Krankenkasse der Fall ist. Im falschen Dokument die falsche Zahl könnte zur Ablehnung von benötigter Behandlung führen… daran könnte sogar ein Menschenleben hängen.

Und am Ende der Hinweis auf die Tim Waterstone Artikel „Paper vs. digital reading is an exhausted debate“ im Guardian. Mich selbst an die Nase packend darauf hinweisend, dass es wichtigere Probleme gibt, die in den Fokus gerückt werden sollten…