03
Jan 15

Gelesenes – 3. Januar 2015

Ein frohes neues Jahr allerseits. Ich hoffe, das Hineinrutschen war im Großen und Ganzen schön und der Start des Jahres gelungen. Mein Schädel dampft gerade vom Wissenszuwachs und die gelesenenen Digests stapeln sich in meiner Leseliste und wollen vom E-Reader entfernt werden: Das schreit doch nach einer Blogpause.


01
Dez 14

Gelesenes – 1. Dezember 2014

Außerdem im Lesestack: Meldungen über Facebooks AGB-Änderungen, die Idee der Google-Zerschlagung und ein Artikel über uns im Internet.


26
Nov 14

Gelesenes – 26. November 2014


24
Nov 14

Gelesenes – 24. November 2014

  • Donald Clark Plan B : „10 counter-intuitive, researched tips on use of video in learning„, Donald Clark (28.7.2014)
    „Bildungsvideos“ und ich, das ist eine Geschichte für sich. Clark hat in seinem Artikel 10 Erkenntnisse um Video im Bildungseinsatz zusammengeschrieben. Frei übersetzte Überschriften:

    * Viel Multimedia ist nicht immer gut fürs Gehirn
    * Durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne: 6 Minuten
    * Es reicht nicht, eine einstündige Vorlesung in 6-Minuten-Stücke zu schneiden…
    * Informelle, enthusiastische Persönlichkeiten erreichen mehr…
    * Bildqualität ist nicht das wichtigste…
    * Tonqualität ist es!
    * Text oder Video – nicht beides
    * Durcharbeiten von Beispielen…
    * Größe ist relevant
    *Abwechslung zwischen Kopf und Bildern hilft…

  • LibraryJournal : „What I Want from Library Ebooks | Peer to Peer Review„, Wayne Bivens-Tatum (30.10.2014)
    Des Autorens Wünsche: Unlimited Access, DRM-Freiheit, Möglichkeit zur Fernleihe, Einzeltitelkauf, vernünftige Preise für beide Parteien…
  • Spiegel Online : „Kooperation mit Twitter: IBM-Supercomputer Watson wertet Tweets aus“, vet/dpa (30.10.2014)
    Ein Artikel ohne wirklich viel Informationsgehalt, und doch… Rechenpower auf Twitter schmeißen, ich bin gespannt, ob wir davon noch irgendwann mal etwas hören werden.
  • ZBW Mediatalk : „Bibliotheken in der Shareconomy: Zentraler Player oder Außenseiter?„, Birgit Fingerle (29.10.2014)
    Frau Fingerle stellt eine interessante Frage in den Raum. Auf der anderen Seite … Buch-Sharing ist kein neuer Trend…
  • Go to hellman : „GITenberg: Modern Maintenance Infrastructure for Our Literary Heritage„, Eric Hellman (29.10.2014)
    Ein sehr spannendes Projekt: GITenberg. Die Werke des Gutenberg-Projektes kollaborativ über GitHub mit Metadaten zu versorgen, auf dass Sie in Bibliotheken eingespielt werden können. Auch die Liste der Herausforderungen
  • Netzpolitik.org : „#machsgut – Kampagne zum digitalen Nachlass gestartet„, Anna Biselli (29.10.2014)
    Hinweis auf Netzpolitik.org auf die #machgut-Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.
  • Archivalia : „Zurück zur grauen Literatur – Dark deposits in Open-Access-Repositorien schaden der Wissenschaft„, Klaus Graf (26.10.2014)
    Enthält einige nützliche Quellen…
  • Telepolis : „Wie die graue Arbeitswelt moralisch-rosa wird„, Patrick Spät (31.10.2014)
    Über die moderne Wachturmgesellschaft… die Freiheit des höher, schneller, weiter, besser… und was es mit Menschen machen könnte.
  • Max-Planck-Gesellschaft : „Bloß kein Außenseiter sein!„, SJ/HR (31.10.2014)
    Über eine Studie, die herausfand, dass Menschenkinder konformer reagieren als Affen.
  • Mario Sixtus Blog : „Das Phantom namens eBook„, Mario Sixtus (10.11.2014)
    Ein lesenswerter Versuch, herauszufinden, was sich eigentlich hinter den ominösen „eBooks“ verbirgt, bzw. was der Börsenverein damit meint, wenn sie davon sprechen oder diesbezüglich lobbyieren.
  • LibFocus : „Developing an Academic Writing Blog„, Helen Fallon (10.11.2014)
    Persönlicher Einblick der Autorin auf seine „wissenschaftliche Bloggerkarriere“

10
Nov 14

Gelesenes – 10. November 2014


26
Jul 14

Gelesenes – 26. Juli 2014

und ein Mal Gehörtes ^-^

  • Bibliotheken als Bildungseinrichtungen : „Hypes in Bibliotheken folgen immer wieder den gleichen Diskursfiguren. Oder?„, Karsten Schuldt (22.7.2014)
    Sehr lesenswerter und diskussionsanregender Beitrag zum Thema Innovationskultur im deutschsprachigen Bibliothekswesen.
    Spontan muss ich an ein Gespräch denken, welches ich heute zu einem ganz anderen Thema führte: Frustration, dass es so wirkt, als würden sich bei manchen Code-Frameworks nicht die einfacheren, „intelligenteren“ durchsetzen, sondern jene, die mehr beworben werben, netter aussehende Webseiten haben, präsenter zu sein scheinen. Sicherlich ist die Aufmerksamkeit, die bestimmte Trends genießen – aus welchen Gründen auch immer – nur ein Apsekt. Notwendige Reduktion des Informationsfluss, auf dass dieser bearbeitbar bleibt – Gefahr der Filter-Bubble – overtrained algorithms. Auf der anderen Seite die Gefahr des Information-Overflows, im Geschwindigkeitsrausch. Gedankenfetzen. Einen Schritt zurücktreten und kritisch mit dem eigenen Euphorismus, vielleicht eine Lösung für ein nicht lösbares Dilemma gefunden zu haben, ins Gericht gehen.
  • iRights.info : „Urheberrecht für Lernende: Häufige Fragen und Antworten„, David Pachali (22.7.2014)
    Schöne Zusammenfassung nicht nur für Lernende
  • heise Security : „User-Tracking: Werbefirmen setzen bereits häufig „nicht-löschbare“ Cookie-Nachfolger ein„, jo (22.7.2014)
    Canvas-Fingerprinting und Evercookies
  • Softwareperlen : „ownCloud 7: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick„, Patrick Meyhöfer (23.7.2014)
    u.a. neu: Teilen von Ordnern mit anderen ownCloud-Instanzen, ohne dass ein Account auf der Fremdinstanz vorhanden ist, inkl. automatischer Synchronisation; Optimierung für mobile Endgeräte
  • Telepolis : „Raum ohne Volk„, Tomasz Konicz (23.7.2014)
    Artikel über das Problem der Landstriche mit schrumpfender Bevölkerung.
  • Infobib : „E-Books auf tatsächliche Verfügbarkeit prüfen„, Christian Hauschke (23.7.2014)
    Liest sich sehr nützlich: Hinweis auf E-Resource Access Checker von Kristina M. Spurgin
  • Deutschlandradio Kultur : „Verhängnis Amazon – Die unheimliche Macht des Versandriesen„, Michael Schikowski (21.7.2014)
    Versuch ein größeres Ganzes zu erblicken. Ein bisschen Verschwörung, ein bisschen Wahrheit, komplett erdacht?
    Die Behauptung, dass „das Kapital“ kein Interesse daran hat, dass eine Mittelschicht existiert, die Wissen besitzt, da sie nur den Medienwandel behindert, der im Interesse des Kapitals liegt. Besonders jene Vermittlungsinstanzen die als „kleinbürgerliche Sachwalter“ („Bibliothekare, Lehrer, Journalisten, Buchhändler“) die entscheidenden Ressourcen der Republik verwalten und eine „feindliche Übernahme des Wissens durch internationales Kapital“ verhindern.
    Zum Einen die Erinnung an den gelesenen Text von Carta über Verschwörungstheorien – … und dann zum Anderen folgender Artikel:
  • Netzpolitik.org : „Wie man Terrorist wird: Die “Watchlisting Guidance” der US-Regierung„, Elisabeth Pohl (24.7.2014)
    Wo Institutionen selbst überall Gefahren und Gespenser sehend zu Mitteln greifen, die … nun ja… erinnert mich sehr an einen Artikel oder Beitrag (könnte in einem Beitrag von DRadio Wissen Hörsaal oder SWR 2 Wissen – beides übrigens sehr empfehlenswerte Sendungen ;)), den ich las oder hörte in dem es um die vernünftigsten Verhaltensweisen ging, die im falschen Kontext als weiterer Beweis für die Diagnose „verrückt“ dienten. So viel Angst. Es ist/wäre nicht gut, dass unsere Gesellschaft angstgetrieben ist/wäre. (Woher weiß ich, ob sie es denn ist – nur weil meine Filterblase es manchmal so erscheinen lässt… ein unendlicher Kreislauf des Nichtwissens…).
  • SWR2 Wissen: Radio Akademie „Das Erkennen von Mustern und die Grenzen der Messbarkeit„, ? (19.7.2014)
    Gerade drüber gestolpert und hängen geblieben. Ein schöner Radiobeitrag zum Thema Mustererkennung und Auswertung von Daten. Leider ohne Manuskript

19
Jun 14

Gelesenes – 18. Juni 2014

  • ZEIT 13/2014: „Wenig ist genug„, Maike Brzoska (31.3.2014)
    Über freiwilligen Konsumverzicht / Minimalismus. Zusammenfassung zum Thema, leider ohne Links nach draußen. Ist ja auch komplett unnötig ;).
  • ZEIT 24/2014: „Jugend ohne Sex„, Malte Henk (13.06.2014)
    Die Inspiration zum Artikel (The Guardian: „Why have young people in Japan stopped having sex?„, Abigail Haworth (20.10.2013)) wird wenigstens verlinkt. Ansonsten wären hier Quellen zu Behauptungen/Thesen/Studien schön gewesen. Erinnerte mich daran, dass ich das erste Mal in DE:BUG über Hikikomori las. Auch NEETs genannt (via Eden of the East). Eher trauriges Thema. Ebenfalls Lektüre im Englisch-Unterricht: The Economist „Generation jobless„, ? (27.4.2013)
    Wenn mal etwas Zeit zur Recherche bleibt, würde mich mal interessieren, wie es inzwischen aussieht. Sollte es überhaupt möglich sein, ein unbeeinflusstes Bild zu erhaschen.
  • Politik-Digital: „Balance zwischen Privatsphäre und Sicherheit – Geht das?„, Anne Korn (16.6.2014)

    „[…] “wer nichts zu verbergen hat“, auch nichts befürchten müsse.[…] Schaffen wir also die Privatsphäre ganz ab und installieren in jedem Wohnzimmer eine Kamera – nur für den Fall, dass die dadurch gewonnenen und abgespeicherten Videos irgendwann einmal zur Terrorabwehr wirksam werden könnten.“

    Mit Tablets, Smartphones und Co wäre dies doch schon in gewissen Umfang verwirklicht … oder doch nur eine Verschwörungstheorie… ?
    Erinnert mich an die BMFSFJ Webcamsticker-Aktion.

  • OpenSource.com : „The value of open data in academic science„, Wilma van Wezenbeek (16.6.2014)
    Über das Projekt 3TU.Datacentrum (TU Delft Library, TU Eindhoven, TU Twente)
  • Jakoblog : „Open-Access im (Neuerwerbungs)regal„, Jacob Voß (16.6.2014)
    Aufwerfen der interessanten Frage, ob OA auch in gedruckter Form bereitgestellt werden könnte/sollte/wird. Bringt mich schnell zum Thema des Verknüpfens der virtuellen Inhalte und der physischen Welt.

15
Nov 12

Gedanken zur gestrigen Podiumsdiskussion „Shitstorms, Likes und die Macht der Suchmaschinen – wie digital leben wir?“

… gesammelt auf Totholz während der Bahnfahrt nach Hause ^-^.

Die Podiumsdiskussion zwischen Markus Beckedahl und Falk Lüke, Dirk Kurbjuweit, Dr. Mandy Rohs und Prof. Dr. Hartmut Ihne fand gestern, moderiert von Dr. Isabell Lisberg-Haag im Zuge der Reihe „Auf dem Sofa…“ in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg statt.

Eine spannende Diskussion. Immer wieder auftauchende Schlagwörter: AnonymitätPseudonymitätIdentität. Lustigerweise, sind mir diese gestern schon in verschiedensten Kontexten über den Weg gelaufen.

Schön fand ich, dass der Umgangston selten gereizt klang (zumindest vordergründig). Und sehr schade, dass die Veranstaltung nicht aufgezeichnet wurde.

Während der Veranstaltung fragte ich mich in manchen Moment, ob Kurbjuweit vielleicht einmal zu oft in solchen Runden Gast war (und einfach genug von solchen Diskussionen hatte) – oder eingeschnappt, dass Beckedahl mehr mit Aufmerksamkeit beschenkt wurde, wurde doch nebenbei auch das Buch „Die digitale Gesellschaft“ vorgestellt, welches er zusammen mit Lüke publizierte.

Ein Gedanke, der mir während einer von Ihnes philosophischen Einwürfen in den Kopf kam: Die Diskussion geht zwar um Gesellschaft und Zivilisation, streifte jedoch nur ganz kurz den Begriff „Raum„.

Ich erinnere mich leider nicht mehr genau daran, ob es Lüke oder Beckedahl war, welcher die Aufweichung von (politischen) Grenzen durch das Internet ansprach. Ein Halbsatz der fiel während der Diskussion um Facebook, dem „demokratischen“ Prozess bei Änderungen der AGB der Problematik der Umsetzbarkeit, der allgemeinen Problematik der demokratischen Möglichkeiten mittels des Internets und Zivilcourage.

Während Ihne und Kurbjuweit sich für Identifizierbarkeit aussprechen, da es den demokratischen Grundregeln nicht entgegen stände, scheinen sie aus einer anderen Perspektive als Beckedahl und Lüke zu blicken. Die Forderung nach Identität als Grundlage für den Aufbau von Ziviliation. Ich frage mich, ob der Mensch, der dafür benötigt würde, überhaupt existiert – bzw. wie viel Prozent der Menschen diesem Bild entsprechen. Wäre es nich notwendig, dass der Mensch sich dafür von Angst & Scham befreite?

Lustigerweise habe ich in den letzten Tagen in einem ganz anderen – und doch verknüpften – Kontext das Thema Anonymität vor Augen gehalten bekommen. Im Zuge der Vorbereitung für meine Präsentation für die Weiterbilungsbeauftragten der Bibliotheken machte mich Edlef Stabenau mehrfach auf die Erfahrungen von Michael Stephens aufmerksam, welcher vor kurzen einem spannenden und mitreißenden Vortrag „Learning Everywhere“ im Rahmen der Zukunftswerkstatt hielt: Dieser betonte mehrfach, wie wichtig die Möglichkeit von Anonymität im Kontext von Online-Lernprogrammen ist, da es denn Nutzern die Freiheit gibt, zu kommen und zu gehen ohne unangenehme Folgen zu befürchten.1

Dazu purzelt der Gedanke: Im Sandkasten – also dem realen, da draußen in der Welt – sind wir auch anonym, zumindest die Kinder werden es zu Anfang sein, es spielt erst einmal keine Rolle, wer das andere Kind ist. Spielen und dabei passiert auch immer Lernen: Soziale Interaktion, motorische/physische Fähigkeiten werden eingeübt. Okay, da lande ich wohl schnell beim Confirmation-Bias ^-^“. Ich will, dass es passt, also wird der Gedanke passend gemacht.

Dennoch: Braucht das Netz nicht genauso beides? Einen anonymen Sandkasten, in dem wir ausprobieren und lernen können, in dem wir uns nicht schämen müssen, wenn etwas mal nicht klappt? Und gleichsam das „erwachsene Forum“, in dem diskutiert wird, von angesicht zu angesicht (so wie von Ihne zitierten in der Antike? Oder führt das nur wieder zu Spaltungen, wie wir sie heute – wie auch führer schon – sehen können (mir kommt hier z.B. das Schulsystem, Gehälter, der digital Gap in den Kopf) und die so schon eine Herausforderung darstellen?

Wo ich meine, eine Konsens gehört zu haben, war letztendlich im Punkt der Aufklärung, der Bildung. Dass es notwendig ist zu diskutieren um die Gesellschaft voranzubringen und die Werte (dieser Begriff fiel, wenn ich mich recht erinnere gar nicht – ich füge ihn hier jetzt einfach mal frei ein) für eine andere Welt zu entwickeln, eine Welt die sich so schnell geändert hat und die uns vor so viele Herausforderungen stellt. „Aufklärung 2.0“ betitelte dies Ihne.

Und an diesem Punkt finde ich es schade, dass Frau Dr. Rohs so selten zu Wort gekommen ist. So wie ihre wenigen, sehr differenzierten Sätze klangen, hätte sie die doch sehr männlich dominierte Runde bestimmt um einige Dimensionen erweitern können.
Problematisch wäre dann natürlich gewesen, dass die Komplexität noch um einiges gewachsen wäre. Schon so wurden viele unterschiedliche Bereiche angesprochen, angeschnitten (Verantwortung und Identität, Transparenz, natürlich auch das Urheberrecht, und auch die digitale Kluft). Auf der anderen Seite ist es eben das: komplex. Alles ist verknüpft. Wie Rohs es andeutete (leider nur noch grob in meiner Erinnerung): Das Internet ist immer da, es sind wir. Mit einer Geste auf das vor ihr liegende Mobiltelefon ;).

Jetzt bin ich ganz von dem abgekommen, was mir eigentlich noch durch den Kopf ging, den Räumen.

Anonymität wird dort gefordert, wo der Nutzer das Gefühl hat, dass in seinen privaten Raum eingedrungen wird, so scheint es mir. Natürlich fiel das Beispiel von unpassenden Photos auf Facebook. Dazu ein Einwurf von Rohs, dass Studenten, die unter Klarnamen in einem ihrer Seminare oder Kurse offen ihre Photos auf Facebook veröffentlicht hatten, eher desinteressiert wirkten („Na und“), als sie sie darauf ansprach. Und da ist sie, die Frage nach dem Raum. Was ist das für ein Raum, wo sind die Grenzen und wo liegt die Verantwortung?

Ein Gedanke Ihnes, … leider fehlt mir genau hier das, was es genau war, das bei mir folgenden Gedanken entstehen lies: einige der von Ihne gemachten Annahmen scheinen zu vergessen, dass Menschen nun einmal neugierig sind. Dass es ganz natürlich ist und uns letztendlich zu dem gemacht hat, was wir sind, bzw. die Dinge hat erschaffen lassen. Was dann wiederum zu einer Frage des Menschenbildes wird und am Ende bleiben wiederum mehr Fragen als Antworten.

Einhergehend mit der Vielfältigkeit des Menschens existieren unterschiedliche Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Im Falle einer Firma, die sich z.B. über ihre Bewerber im Netz informiert, könnte man ja auch sagen: „Netzaktivitäten sind primär privater Natur und wir überlassen dem Menschen diesen Raum, so wie wir ja auch nicht abends durch die Gaststätten ziehen und schauen, wer da besoffen in der Ecke hängt.“ Nicht dass dies so einfach ginge, denn im Internet existiert keine Trennung des Raumes. Oder nur bedingt – es ist ja durchaus möglich, private Informationen privat zu halten und gezielt Informationen zu streuen, die eher ein professionelleres Bild zeichnen wollen.

Und da bin ich dann wieder bei der Bildung. Die bösen Wörtchen Medien- und Informationskompetenz… ein langer, spannender Weg :)

Neugierigen mag ich den Blogbeitrag zur Podiumsdiskussion von Herrn Prof. Kaul ans Herz legen, in welchem noch viele bei mir nicht erwähnte Punkte der Veranstaltungen aufgeführt werden.


  1. STEPHENS, M., CHEETHAM, W.. The Impact and Effect of Learning 2.0 Programs in Australian Public Libraries. Evidence Based Library and Information Practice, North America, 7, mar. 2012. Available at: <http://ejournals.library.ualberta.ca/index.php/EBLIP/article/view/11728>. Date accessed: 15 Nov. 2012. []

30
Aug 08

Don’t Panic – Eine Woche ohne Internet!

Seit zwei Tagen bin ich nun ohne Internet. Eine interessante Erfahrung. So stellte ich gleich zu Anfang fest, wie sehr ich heutzutage davon abhängig bin, online zu sein. Viele Dinge schlage ich ganz selbstverständlich im Internet nach: Wie wird das Wetter? Wann fährt der Bus? Was koche ich heute? Was kommt gerade im Fernsehen? Diese und andere kleinen Alltagsfragen neige ich mit einem schnellen Blick in die Weiten des Netzes zu beantworten.

Da ich unter der Woche in meinem Büro des Internetzugangs habhaft bin, kann ich jedoch mit der ein oder anderen Vorkehrung mein Leben an die Gegebenheiten anpassen, bzw. Informationen und Ähnliches offline verfügbar machen. Eigentlich ist dies nichts besonderes, schließlich habe ich nicht anderes gemacht, als ich noch mit Modem unterwegs war – dennoch, man gewöhnt sich doch rasch an das, was man hat und stellt erst fest, wie sehr es mit dem eigenen Alltag verschränkt ist, wenn es einmal nicht verfügbar ist.

Hier zur Inspiration nun die verschiedenen Dinge, die ich durchgeführt habe, um auch ohne Internet ein wenig meiner Leidenschaft frönen zu können:

  • E-Mail: Meine Mails habe ich mit Hilfe eines Mailprogrammes offline verfügbar gemacht. Seit Google Mail bin ich dahingehend etwas schlampig geworden. Mit Thunderbird und dem Pop3-Zugang (oder auch IMAP, wobei man hierbei darauf achten muss, dass die Mails wirklich heruntergeladen werden) ist ein offline lesen und antworten (gesendet wird natürlich erst wieder, wenn der Rechner am Netz ist) ein Kinderspiel.
  • Newsfeeds: Die englische Version des Google Readers bietet glücklicherweise eine Verknüpfung mit dem Programli Google Gears an, diese ermöglicht es, die neuesten 2000 Einträge offline verfügbar zu machen. Alternativ hätte ich einfach auf einen Feedreader zurückgegriffen. Einen kleinen Nachteil gibt es bei meiner Methode allerdings schon: Offline gibt es keine Bilder!
  • Andere Artikel: Offline-Zeiten sind quasi die beste Möglichkeit, meine doch etwas lange ToRead-Liste gespeicherter Bookmarks anzugehen. Hierfür speichere ich die Seiten mit der Firefox-Erweiterung ScrapBook zum offline lesen. Bei dieser Prozedur man darauf achten, dass auch wirklich alle Seiten eines Artikels gespeichert werden ;).
  • Videos: Schon länger wollte ich das ein oder andere Video der „Reihe“  TED Talks, ansehen. Meistens fehlte mir dazu jedoch die Zeit oder Geduld. Für die Tage ohne Internet habe ich mir nun die betreffenden Videos mit der Firefox-Erweiterung Fast Video Download heruntergeladen. So kann ich sie mir gemütlich mit dem VLC Video Client ansehen, auch ohne mit dem Internet verbunden zu sein.
  • Bloggen: Auch ohne Internetverbindung mag ich gerne meine Blogideen aufschreiben können, ohne sie später großartig hin und her kopieren zu müssen. Dazu verwende ich dass Blogging Tool Windows Life Writer. Dieses hat auch den Vorteil, dass es den Stil des eigenen Blogs auslesen kann und somit beim Schreiben ein wenig „Heimatgefühle“ aufkommen lässt.
  • TV-Programm: Hier gibt es mehrere Programme, mit denen man das TV-Programm offline verfügbar machen kann. Meine aktuelle Wahl – wenn ich auch nicht 100%ig zufrieden damit bin – ist TeXXas. Das Wichtigste ist schließlich, dass es funktioniert. Und wenn ich wissen möchte, welche Sendung aktuell auf einem Sender läuft, frage ich einfach den Videotext.
  • Nachrichten & Wetter: Hier greife ich ganz oldschool auf Radio und Fernseher zurück. Gerade morgens gibt es im Radio halbstündlich Nachrichten mit Wettervorhersage. Und wenn es einmal dringen ist, schaue ich in den Videotext.
  • Kommunikation: Wenn es mal schnell gehen muss hilft hier klassisch: Telefon, SMS und sogar die Schneckenpost. Je nach Nutzerverhalten des Gegenübers kann ein Brief, der i.d.R. einen Tag unterwegs ist, um einiges Schneller gelesen werden als die Mail, die vorgeschrieben noch einen oder zwei Tage darauf warten muss, bis sie abgeschickt werden kann.

Was jedoch final für mich Internet und Informationsjunkie wichtig ist: Die gewonnene Offline-Zeit kann ich ruhig mal mit Alternativen zum vor dem Computer sitzen und im Internet herum hängen ausschmücken. Davon gibt es eine Menge und ich habe sie auch schon in dem ein oder anderen Artikel aufgelistet. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, soll aber auch hier eine Liste mit Unternehmungen nicht fehlen:

  • Freunde treffen
  • Lesen
  • Wohnung verschönern (streichen, Möbel restaurieren,…)
  • Balkonien genießen
  • Basteln, Zeichnen, Malen,…
  • Videoabend
  • Grillen
  • Spazieren gehen
  • Photographieren
  • Wellnessabende mit Fußbad, Mani- und Pediküre, Gurkenmaske,…
  • Backup-CDs ausmisten
  • Alte Klamotten durchgehen und sich von Unnötigem trennen
  • Eine Sprache lernen ;)
  • Sport treiben
  • Neue Backrezepte ausprobieren (Da stehen schließlich noch so ein paar Kochbücher
  • Tourist in der eigenen Stadt spielen (Museen, Rundtouren, Dinge entdecken)
  • Restaurants, Geschäfte,… testen und Artikel für Qype schreiben
  • Blogdrafts endlich einmal ausformulieren (40 to go ^-^“)
  • Listen erstellen
  • Bewusst wahrnehmen, wie viel Zeit man plötzlich hat
  • und und und ^.^

Noch nicht genug? Beim Durchgehen meiner offline gespeicherten Newfeeds, stelle ich gerade fest, dass Dumb Little Man just vor drei Tagen das gleiche Thema aufgegriffen hat: „11 Productive Things To Do When You Can’t Access The Internet„.


03
Mrz 08

Burzeltag oder „Wie die Zeit vergeht“

Und schon wieder ein Jahr herum. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Aber ich habe mir „sagen lassen“ – irgendwann in irgendeinem Podcast – dass dies daran liegt, dass man im „Alter“ weniger aufregende Dinge erlebt und sich dadurch an weniger erinnert. Dies führt dazu, dass man das Gefühl hat, die Zeit ginge schneller vorüber.

Um genauer zu sein:

Kinder hätten ein anderes Zeitempfinden, weil sie jeden Tag Neues entdeckten und ständig Unbekanntes verarbeiten müssten, sagt der Tutzinger Ökonom und Zeitforscher Martin Held. Dadurch erfordere jeder Augenblick eine größere Präsenz. Jeder Moment werde intensiv wahrgenommen. Jeder Tag scheint daher lang zu sein. «Wenn wir älter werden, wird vieles zur Routine. Dadurch kommt es uns so vor, als würde die Zeit schneller vergehen», erläutert der Wissenschaftler.

Quelle: Warum vergeht die Zeit im Alter schneller?

Am Anfang des Jahres hatte ich ein paar sehr produktive Tage und musste feststellen, dass es für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht ist, wenn ich die Zeit produktiv nutze und sie nicht nur verstreichen lasse ^.~

Nun werde ich meine Zeit jedoch sinnvoll nutzen und den Tag mit vielen kleinen und großen motivierenden Dingen erfüllen.

Noch ein wenig Lektüre zum Thema:


16
Jan 08

Freier Zugang zum Focus-Archiv

Gerade im Geizkragen-Gemeindebrief gelesen und für erwähnenswert befunden:

Pünktlich zum 15-jährigen Jubiläum stellt das Nachrichtenmagazins „Focus“ sein Archivmaterial kostenlos im Internet zur Verfügung.

Damit kann man, mit Ausnahme der aktuellsten Ausgaben, in Artikeln des Focus ab Ausgabe Nr.3 (13.01.1993) stöbern.

Focus Archiv

Natürlich gibt es auch eine Suchfunktion, in der alle oder auch nur einzelne Rubriken durchsucht werden können. In der erweiterten Suche kann man die Ergebnisse zusätzlich auf einen bestimmten Zeitraum oder Autoren beschränken. Schön ist, dass die Suche in drei verschiedenen Darstellungen (Sortierungen) angesehen werden kann.

In wie fern es sich dabei um eine zeitlich begrenzte oder unbegrenzte Aktion handelt, konnte ich leider nicht herausfinden.


26
Jul 06

Ansichten dieser Welt

Da hat mich StumbleUpon auf eine sehr interessante Seite geschickt.

Worldprocessor: Lack of Detail

Ich weiß zwar nicht, ob all die im Wordprocessor Catalog erwähnten Fakten stimmen, aber schon von einem künstlerichen Standpunkt sehr interessant.

Bei mir macht es Lust auf mehr, also surfe ich gleich mal auf der Internetseite des Fischer Weltalmanachs vorbei. Das Amt für Politische Bildung liefert Links zu diversen Themen. Oder man wirft einen Blick in das CIA World Fact Book, dort gibt es genügend Fakten zu jedem noch so kleinen Land.

Nachtrag Und gerade auch noch über oben genannten Service gefunden: Worldatlas.com.


19
Jul 06

Ironie

Mal wieder etwas, wovon ich keine wirkliche Ahnung habe. In einemInterview der Tagesschau mit einem israelischen Soziologen wird dies im Einleitungstext zitiert:

Im Gespräch mit tagesschau.de sagt Sznaider: „Nur Israel selbst kann und soll seine Grenzen verteidigen.“ Beim gegenwärtigen Krieg mit der Hisbollah gehe es um die Existenz Israels.

Ohne groß Partei ergreifen zu wollen – dafür fehlt mir das Hintergrundwissen, und dieses müsste gerade in diesem Konflikt sicherlich sehr sehr sehr umfangreich sein, um sich eine wirklich fundierte Meinung bilden zu können – finde ich diese Worte sehr ironisch, nimmt man doch in Kauf, die Lebensgrundlage eines anderen Landes zu zerstören. Ich verfolge seit einigen Tagen ein paar libanesische Blogs, Berichte von Karim Hamasni, The Lebanese Bloggers, UrShalim und andere … zusätzlich zu den Medien, zusätzlich zu dem, was durch Fernsehn oder Radio zu mir dringt (was eigentlich eher weniger ist).

Ich weiß, im Moment ist meine Betrachtungsweise ein bißchen einseitig. Aber ohne die dahinterstehende politischen Dinge einordnen zu wollen, schockiert mich die Kaltschnäutzigkeit mancher Menschen gegenüber den Opfern. Denen in so vielen Kommentaren gesagt wird, dass sie sich nicht beschweren sollen, sie wären doch selbst daran Schuld – wo sie doch die Hisbollah sich haben in ihrem Land sich einrichten lassen. Mir ist es eine riesiges Rätsel, wie man Menschen, die ihre Heimat aufgeben müssen, die vielleicht Verwandte vielleicht ihre Zukunft verloren haben, die auf der Flucht sind so kalt behandeln kann. Es trifft mich zutiefst.

Ich glaube, niemand, der es nicht selbst erlebt hat – und dies wünsche ich meinem übelsten Feind nicht – kann sich auch nur annähernd vorstellen, was diese Menschen – was alle Menschen, die sich in einem Kriegsgebiet befinden – durchmachen. Welche Angst sie erleiden. Und wie grausam muss es sein, wenn sie aus dem Alltag herausgerissen werden, in dem sie die Hoffnung hegten, dass es endlich besser wird. (Habe darüber etwas gelesen, so viele Touristen wie seit langem nicht mehr wurden erwartet [Letter From a Friend stranded in the South] …).

Ich wünsche ihnen so sehr, dass Frieden einkehrt. Ihnen allen, dass keiner mehr sterben muss – das kein einziges Kind mehr leiden muss, weinen muss, weil es Angst hat. Am besten überall auf der Welt.


14
Okt 03

Die katholische Kirche …

ist schon eine tolle Institution :o/ einen richtig erschreckenden Artikel (Ein Loch ist im Kondom) habe ich bei Telepolis gefunden. Allerdings weiß ich nicht, ob es einer der überspitzen erfundenen ist, oder ob er wirklich wahr ist. Wenn letztes der Fall ist, finde ich es ziemlich krass, so etwas zu lesen. Naja, wieviel Wahrheitsgehalt darin steckt und wieviel „BILD-hafte“ Entsetztensschürerei ist, weiß ich allerdings nicht. Wie auch immer, glücklicherweise hat nicht der Papst den Friedensnobelpreis gewonnent – fänd‘ ich irgendwie seltsam. *kopfschüttel* … Sooo und jetzt werd ich mal lernen.