23
Jun 20

Warum Schreiben?

… wenn ich nichts zu Schreiben habe?

„Posts don’t need to be long-form, deep, meaningful, or even that well written. If there are spelling and grammar mistakes, or even if there’s no real point to the post, so what? What’s important is that you’re writing about the things you want to write about.

Kev Quirk https://100daystooffload.com/

Kritisch war ich vom ersten Beitrag an, aber offensichtlich war mir da der eigentliche Grund, warum diese Challenge für mich nicht sinnvoll ist, noch nicht so klar: Wenn ich das Bedürfnis habe, etwas zu schreiben, dann schreibe ich es. Und wenn das Bedürfnis nicht da ist, ist es für mich nicht sinnvoll es trotzdem zu erzwingen.

Meine Phasen des großen Mitteilungsbedürfnisses an „die Welt“ scheinen vorbei zu sein. Ich schätze den privaten Austausch, optimalerweise Angesicht zu Angesicht oder eben aktuell über Telefon, Videocalls oder auch in inspirierenden E-Mail-Dialogen1.

Sicherlich, es gibt viele Vorteile, wenn eine Diskussion öffentlich und (mehr oder weniger) sichtbar geführt wird. Aber, wie viele von denen sind auch wirklich unnötig, beschämend oder noch schlimmer? Da erspare ich uns doch lieber ein paar ^_~.

Und ansonsten, wenn doch mal etwas in den Fingern kitzelt, oder ich Dinge für später und zufällig hier Vorbeisurfende festhalten möchte, dann warten mein Blog hier geduldig auf mich.

Damit endet die #100DaysToOffload Challenge für mich. 3 / 100 !

  1. über privat ließe sich hier jetzt vermutlich vorzüglich streiten []

20
Jun 20

Ein kleiner Beitrag

Die „Zerstörung der Presse“ des Künstlers1 Rezo hat mir aus der Seele gesprochen. Die Schlagzeilen und das Gebahren mancher reichweitenstarker, anerkannter Medien macht mich regelmäßig wütend und wenn ich daran denke, wie viele Menschen diese Medien konsumieren, möchte ich heulen.

Sprache ist mächtig, Bilder sind mächtig – wenn beides für den maximalen Gewinn eingesetzt wird, führt dies viel zu häufig zu menschenverachtendem Müll2 . Das wird nicht nur von manchen Medien und Meinungsmacher:innen oder Verschwörungserzähler:innen zelibriert sondern natürlich auch von Terroristen.

Wie gehe ich als kleine Rezipientin damit um, die sich ohnmächtig ob dieses Systems fühlt?

  • Unterstütze Medien: Finanzielle Sicherheit reduziert die Abhängigkeit davon, reißerische, gefällige Stücke zu schreiben. Abonnement, Mitgliedsbeitrag, Patreon & Co oder eine Spende als Dauerauftrag. Jeder noch so kleine Beitrag hilft!
  • Bewusster Medienkonsum: Auch ironische Aufmerksamkeit – „Ich lese das nur, um mich zu amüsieren!“ – ist Aufmerksamkeit. Es gibt Klicks, Geld und bestätigt die Macher:innen damit in ihrem Vorgehen. Wenn ich diese Medien nicht unterstützen möchte, bekommen sie von mir keine Aufmerksamkeit. Wähle die Medienquellen bedacht und hinterfrage, was der Medienkonsum mit dir macht und ob es das ist, was du möchest3.
  • Bewusster Umgang mit Medienprodukten: Nicht einfach einen Artikel teilen oder kommentieren, weil die Überschrift und der Teaser in den sozialen Medien triggert, empört oder anderweitig die Gefühl kitzelt. An dieser Stelle eine Leseempfehlung für die großartigen Artikel von Samira El Ouassil : Not sharing is also caring (Übermedien, 02.06.2020) und Friedemann Karig : Terrorbilder im Netz: Teile und herrsche (Kratureporter, 10.02.2015).
  • Slow-Media: Das Gehirn sehnt sich nach den neuesten Informationen4. Zu viel – und vllt. sogar falsche Information – muss man einordnen und aushalten können. Daher drücke ab und an mal auf Pause, warte auf die etwas späteren und besser recherchierten Artikel.

Letztendlich läuft es auf das Thema Medien- und Informationskompetenz hinaus. Da die Medienlandschaft sich ständig weiterentwickelt, die Gier nach Aufmerksamkeit immer extremere Ausprägungen hervorzubringen scheint, muss ich auch meinen Umgang mit den Medien immer wieder hinterfragen um die Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Und jetzt muss ich mal wieder an Idiocracy denken…

2/100 ?

  1. siehe zwei sehr interessante Interviews von Rezo durch Markus Beckedahl []
  2. Eine Leseempfehlung an dieser Stelle für Tobias Rose-Stockwell: So machen Medien mit deiner Angst und deiner Wut Profit (Krautreporter, 27.11.2017). []
  3. Macht es das Leben wirklich besser, ständig in einer Empörungsschleife zu hängen? Damit meine ich nicht, dass man sich nie kritisch mit Dingen auseinandersetzen sollte… das andere Extrem möchte ich ebenfalls nicht []
  4. Leseempfehlung: Adam Gazzaley, Larry D. Rosen : Das überforderte Gehirn. Mit Steinzeitwerkzeug in der Hightech-Welt. Redline Verlag, 2017. 978-3-86881-673-0 []

16
Jun 20

Schreiben um des Schreibens Willen

Gestern las ich in Doug Belshaws Blog über die Existenz der #100DaysToOffload Challenge: Innerhalb des nächsten Jahres 100 Einträge in einem eigenen Blog schreiben. Die Idee dahinter: „Einfach Schreiben“, ohne weitere Bedingungen oder Ansprüche – außer, dass es an einem eigenen Ort publiziert werden muss, nicht etwa in einem Firmenblog.

Eine der Ideen dahinter ist es, gemeinsam mit anderen Motivation für das Niederschreiben von Gedanken oder Dingen zu finden, sich gegenseitig zu unterstützen und auch ein bisschen zu klappern. Gemeinschaft kann helfen und inspirieren. Verfertigen der Gedanken beim Schreiben war und ist für mich immer eine wichtige Sache gewesen.

Während ich es auf der einen Seite gut und wichtig finde, überspitzt eine kritische Stimme in meinem Kopf: Noch mehr Inhalt, den niemand liest. Muss es dann veröffentlicht werden? Das gebrannte Kind schreit: Bloß nicht! All die potentiellen Gefahren, denen man sich aussetzt, wenn man versehentlich menschlich ist und für einen Moment nicht bedacht und wohlgewählte Worte findet. Der Impostor mokiert, dass dadurch die eigene Inkompetenz für alle sichtbar präsentiert wird.

„Einfach Schreiben“ ist leichter gesagt als getan. Es braucht Übung. Und Übung macht gemeinsam mehr Spaß, können wir uns doch unterstützen und gegenseitig anfeuern.

1/100 ?


04
Okt 19

Die Überreste einer einst an 3. Traffic-Stelle stehenden Webseite

Es sollte keine große Überraschung sein, dass die Langzeitverfügbarkeit von Internetinhalten eher so „mäh“ ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Netz stark verändert. Das Silomodell machte Schule – vieles Eigene wurde Zugunsten der Plattformen aufgegeben und wer kann schon sagen, Herscher:in seiner eigenen Daten zu sein.

Natürlich gab es schon früher Plattformen. Einige davon verschwanden obwohl sie einmal der Platzhirsch waren. Populärstes Beispiel wahrscheinlich GeoCities, welches 2009 seinen Dienst einstellte. Einige Projekte machten es sich zum Ziel wenigstens einen Teil dieser Netzgeschichte zu bewahren. Wer sich für Details interessiert, sei auf das Wiki des Archive Teams verwiesen, welche GeoCities für die Nachwelt erhalten haben.

Die Sicherung des damaligen Homepage-Planeten brachte durchaus Kuriositäten hervor, wie z.B. GifCities1, wo man heute, bei vorhandener Geduld, damals eingesetzten Wackelbildchen durchsuchen kann. Andere Projekte (z.B. ReoCities) haben inzwischen selbst das Zeitliche gesegnet.

Was Künstler aus dem GeoCities-Archiv gemacht haben, kann man im Artikel „The Impulse of the Geocities Archive: One Terabyte of Kilobyte Age“ von Daniel Rourke (16.05.2013) über Olia Lialina und Dragan Espenschied und ihr Projekt One Terabyte of Kilobyte Age nachlesen. Meghan McDonough & Marcie LaCerte haben das Thema in diesem Jahr (20.09.2019) erneut aufgegriffen und berichtet in „The early internet is breaking—meet the people saving it“ ebenfalls über das Künstlerpaar.

Version 1.5 meiner ersten Homepage, natürlich mit Marquee-Effekt. Nicht im Bild: Farblich angepasste Scrollbalken. Ein Feature, welches nur der damals innovative IE beherrschte.

Erwähnt wird im Video/Artikel auch das Open Source Archivierungswerkzeug Webrecorder.io. Der ebenfalls von Rhizome, „Serviceleister“ für digitale Künstler, entwickelte Webrecorder Player könnte eine Option für mein eigenes Archivierungsproblem sein.

Edit: Oh je, ich bin Clickbait-geschädigt und produziere jetzt auch schon solche fürchterlichen Überschriften -_-“

  1. Katzengifs aus den 00er Jahren – anyone? []

29
Dez 18

WordPress-Update : Es scheint ja funktioniert zu haben

Die freie Zeit zwischen den Jahren habe ich genutzt, um den Schritt von WordPress 4.x auf 5.x zu wagen. Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so schlimm aus, d.h. nichts offensichtliches ist kaputt gegangen. In wie fern dies für all die Anpassungen & Änderungen unter der Haube gilt, werde ich in den kommenden Tagen genauer prüfen müssen.

Definitiv gewöhnungsbedürftig ist der Gutenberg-Editor. Insbesondere die Eingabefelder für die Metaebene benötigen entweder Anpassung oder Gewöhnung. Ich bevorzuge weniger Klicks – und insbesondere keine animierten Reiter, die u.U. dazu führen, dass ich etwas falsches auswähle. Damit katapultierte ich diesen Beitrag einmal in den Papierkorb – nur um festzustellen, dass die Wiederherstellung ihn publizierte. Manchmal ist ein aktive Bestätigung, bevor eine Statusänderung übernommen wird, durchaus sinnvoll.