13
Jan 05

Alles fließt, sagt Heraklit

Gerade fertig gelesen. „Alles fließt, sagt Heraklit“ von Luciano De Crescenzo (it). Ein bißchen Sachbuch, ein bißchen Fiktion.

Nachdem man ein wenig über den Autoren selbst erfährt, kann man an einem Dialog des Autoren mit Heraklit teilhaben, den der Autor träumte. Dieser Dialog findet nicht in der Antike, sondern im heutigen Italien statt, so dass die Ideen Heraklits auf das heutige Leben angewandt werden und in neuer Form diskutiert werden. So findet z.B. eine Talkshow mit verschiedenen Philosophen statt.

In den Dialog sind Fragmente Heraklits eingeflochten, eine Tatsache, die sehr interessant ist und die mich aufhorchen lässt und mich fragen lässt, in wie fern da wirklich die Ideen Heraklits wiedergegeben werden. Am Ende des Buches werden alle Fragmente aufgelistet. Dies geschieht in der Ordnung von Crescenzo, der sich anscheindend damit beschäftigte, sie zu ordnen. Zusätzlich gibt er zu den meisten Fragmenten noch kleine Kommentare ab und erklärt, wie er sie auffasst.

Das, was mir an diesem Buch gut gefallen hat, ist, dass es mich zum Weiterlesen animiert und zum Nachdenken. Ich möchte jetzt schon wissen, was mehr dahinter steckt, ob es noch weitere Dinge gibt, die man über Heraklit weiß, bzw. was man noch weiß. Auch interessiert es mich, ob das, was Crescenzo Heralit in den Mund gelegt hat wirklich dem entspricht, wovon die Wissenschaft ausgeht. Obwohl dies ja eine sehr schwammige Angelegenheit ist, wie so vieles in der Geisteswissenschaft, wo es um Auslegung und Meinung geht.

Andere Bücher des Autors. Ein wenig über de Crescenzo und Zitate von ihm.


09
Jan 05

39,90

Hui, ist schon etwas länger her, seid dem ich mit „39,90“ von Frédéric Beigbeder fertig bin. Aber ein wenig mag ich es doch beschreiben. Ein Werbemensch beschreibt sein Leben, ganz platt formuliert, darum geht es. Das ganze mit einer recht aggressiven Sprache.

Ich würde sagen, nicht unbedingt ein Buch für Frauen, die sich darüber aufregen, wen Männer trocken und gefühlslos über irgendwelche Dinge sprechen, die ihnen vielleicht ans Herz gehen oder die sie als ungerecht oder machohaft erachten. Für alle, die mit einer etwas härtere Sichtweise leben können oder eine etwas andere, nicht abgeschwächte und politisch korrekte Darstellung der heutigen Zeit, vor allem der Werbemaschinerie, ergründen wollen, sei das Buch ans Herz gelegt.

Sehr bemerkenswert finde ich den Aufbau des Buches. Der Autor beginnt mit der Ich-Perspektive des Protagonisten Octave und verändert sie in jedem Kapitel ein wenig (Ich – Du – Er – Wir – Ihr – Sie), so dass man am Schluss komplett als äußerer Betrachter das Chaos sieht. Auch inhaltlich habe ich das Gefühl, dass sich die Klarheit der Dinge gegen Ende im ‚Sie‘ entfernt.

Ansonsten finde ich, beschreibt Beigbeder ein paar (traurige) Wahrheiten – aus meiner Sicht.

Um der Langeweile zu entgehen, ergreifen sie mittels Fernsehen, Kino, Internet, Telefon, Videospiel oder einer schlichten Zeitschrift die Flucht. Sie sind nie bei der Sache und leben ein Leben aus zweiter Hand, als wäre es eine Schande, sich damit zu begnügen, hier und jetzt zu atmen.

Natürlich kann man so eine Aussage nicht pauschalisieren, dennoch finde ich es passend, wenn ich überlege, wie viele Dinge ich nicht bewusst lebe und mich wirklich nur aus der Langeweile flüchte.


06
Dez 04

Das Labyrinth der Welt

Das Labyrinth der Welt von Ross King hat mich heute Nacht noch etwas länger wachgehalten. Gehetzt wie der Protagonist selbst wollte ich es unbedingt noch fertiglesen. Ein durchaus unterhaltsames, wenn auch zwischendurch etwas langatmiges Buch, das mich ein wenig an ‚Lemprière’s Wörterbuch‘ von Christian Norfolk erinnert. Mag aber auch daran liegen, dass beide in England ungefährt zur Zeit der Ostindiengesellschaft spielen.

Worum geht es? Isaac Inchbold, ein Bücherhändler des Londons Mitte des 16 Jahrhunderts erhält den Auftrag ‚Das Labyrinth der Welt‚ zu finden, ein Schriftstück, dass unter der Regierung von Cromwell aus dem Anwesen Pontifex Hall, welches eine seltsame zerfallene Erscheinung mit ungewöhnlicher Bibliothek abgibt, gestohlen wurde. Diese Suche lässt den Protagonisten in der Geschichte und im Leben von diversen Personen wühlen, weswegen er in den Blickpunkt seiner Verfolger gerät.
Parallel zum Haupstrang verwendet der Autor einen zweiten Erzählstrang, der ein wenig die Geschichte des Manuskriptes in der Vergangenheit erzählt. Leider endet jene recht abrupt, schade eigentlich, ich hätte gerne noch gewusst, wie es mit diesen Nebenpersonen weitergegangen wäre. ^-^

Das Buch spielt, wie bereits erwähnt in der Mitte des 16. Jahrhunderts, zwischen Glaubenskriegen und Kriegen, Machtspielen und Intriegen durch ganz Europa hindurch. Es legt vor allem ein Augenmerk auf die Wichtigkeit der Bücher, der Macht, die sie mit sich bringen, die heimlichen Abkömmnisse zwischen Königshäuser und Vermittlern um Bibliotheken zu retten oder zu veräußern. Besonders wird hierbei das Interesse der Katholischen Kirche der Zerstörung jener Bücher, die sie als ketzerisch betrachtet, hervorgehoben. So fällt nicht nur einmal der Name Galileo oder Kopernikus.

Ich fand das Buch interessant und eigentlich auch nicht schlecht. Leider muss ich auch hier, wie bei ‚Lemprière’s Wörterbuch‚, ein wenig etwas an dem etwas überstürtzen Ende aussetzen. Und definitiv musste ich hierbei an dieses Buch denken. Da frage ich mich, ob die Autoren jeweils das Buch des anderen kannten. Oder rein zufällig eine ähnliche Idee aufkam. Wie auch immer. Ein weiteres Buch habe ich mit dem Labyrinth der Welt verknüpft. Während ich las musste ich unweigerlich an ‚Längengrad‘ denken. Irgendwie bietet es sich als thematisch ähnliche Lektüre an, auch wenn es sich dabei um ein – mehr oder weniger – Sachbuch handelt.

Nun ja, wer einfach mal reinlesen mag, ins Labyrinth der Welt, kann dies beim Random House tun, dort existiert eine Leseprobe.


16
Okt 04

Synonyme, Hubble und anderes

Als ich gestern an meinem Protokoll schrieb, stellte ich fest, dass ich mich dauernd wiederholte. Da ich kein Synonym-Wörterbuch besitzte musste dann das Net weiterhelfen, bzw. erst einmal mein Schatz . Geholfen hat diese Wortschatzsuche der Uni Leipzig. Übrigens hat die Seite auch noch mehr zu bieten. Und wo ich gerade schon mal bei Wörterbüchern bin, wenn ihr Englisch-Deutsch (und umgekehrt) Übersetzter braucht, hilft dict.leo.org oder dict.tu-chemnitz.de. Wie ihr seht, die Uni, euer Freund und Helfer ^-^“. Manchmal.

Passt zwar nicht so ganz, macht auch nicht, noch mal neue Hintergrundbilder?? Wie wäre es mit Aufnahmen des Hubble Weltraumteleskops? Und nachdem der Hintergrund verschönert wurde, setzt man sich gemütlich an ein tolles kostenloses ebook aus der ebook-bibliothek. Sie bieten z.B. Kafka oder Rilke an. Wenn ihr keine Lust habt, zu lesen, sondern es lieber vorgelesen bekommen mögt, kein Problem, der Vorleser erledigt das ^-^. Auf dieser Seite gibt es unter anderem Märchen der Gebrüder Grimm, Kafka oder Edgar Allan Poe. ^-^“ Und will man sich dann ein Hörspiel selbst machen, kann man sich bei der Hoerspielbox kostenlos Töne und Geräusche besorgen.
Dann habe ich noch eine kleine Seite zu Latex on Windows gefunden. Sehr schön und übersichtlich wird dort erklärt, was man braucht und wie man es installieren muss.

Und für Physiker: Mal wieder ein Artikel über das Physikstudium. Wobei ich mich jetzt frage, soll ich heulen, oder mich freuen?? *schnüff* .

Und der letzte Tipp für heute. Spätestens WinXP hat so viele Systemprozesse laufen, dass man manchmal richtig skeptisch wird, wenn mal ein neuer auftaucht. Gerade wo dieses System so anfällig für Viren und Trojaner ist. Obwohl ich sowohl eine Firewall, als auch ein Antivirenkomplettprogramm besitze, nie unseriöse Anhänge bzw. Mails öffne und auch kein P2P-Programm verwende, habe ich schiss, mir irgendwann einen Virus einzufangen… Auf jeden Fall, hilft einem diese Seite Prozesse zu erkennen. Dann kann man ein bißchen beruhigt sein, denn lsass.exe ist eine Systemdatei und nicht der blöde Sasservirus. ^-^“ Soo, und mehr gibt’s heute morgen nicht! Wünsche euch einen kreativen Samstag!


03
Aug 04

Feminismus, Vatikan und Bild-Berichterstattung

Ich lese gerade „Woran glaubt, wer nicht glaubt?“, ein Dialog zwischen Umberto Eco und dem Kardinal Carlo Maria Martini. Im letzten Briefwechsel stellte Eco die Frage, worin die Gründe liegen, dass die Pristerweihe nicht von Frauen empfangen werden darf. Auch „The DaVinci Code“, den ich erst vor kurzem gelesen habe, greift das Thema Frauen in der katholischen Kirche auf.
Deswegen fiel mir der Bericht ‚Kritik am modernen Feminismus‘ der Tagesschau ins Auge. Und die nachfolgenden Berichterstattungen ^-^ oder eben vorgezogen, wie ich im BildBlog gelesen habe:

» Diesmal war es wirklich eine Exklusiv-Meldung, eine weltweite sogar. Es lag aber nicht an den göttlichen Beziehungen der „Bild“-Reporter. „Bild“ hatte nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur KNA einfach als „einzige ausländische Zeitung in Rom“ entgegen der journalistischen Gepflogenheiten „die Sperrfrist für die Berichterstattung über den Text gebrochen“.«

Und hier der Arikel: ‚Papst geißelt Feminismus!‘
Auch Telepolis greift das Thema auf, ‚“Was er euch sagt, das tut!“‚ und viel mehr kann man natürlich auch ergooglen.
Na gut, ich muss den Computer mal wieder frei machen. Eine eigene Meinung zu dem Vatikan-Brief habe ich noch nicht, da ich den Text, der wohl am nächsten am Orginial dran (pdf) ist, noch nicht gelesen habe. An sich finde ich es jedoch sehr interessant bis amüsant mir die Meinung der katholischen Kirche anzusehen.