Virtueller Spieleabend mit ZOOM-Annotations

Sollte man ZOOM verwenden?

Bzgl. der Kontroverse um ZOOM finde ich, dass The Haker News in ihrem Artikel alle wichtige Punkte gut zusammengefasst hat. An Stelle einer alarmistischen, aufmerksamkeitsheischenden Verteuflung sollte man nicht vergessen, dass die Firma innerhalb weniger Woche mit den Wachstumsschmerzen konfrontiert wurde, die viele große Firmen Jahre lang mit sich herumschleppen und auch noch nicht hinter sich gelassen haben (Twitter, Facebook, … ihr wisst schon). Von „Business as Usual“ zu wichtig für so viele Bereiche in solch einer kurzen Zeit – wer ist darauf schon vorbereitet. Und dass dann auch noch in einer Zeit, in der die Sitatuation täglich neue Überraschungen mit sich bringt… in der Haut möchte ich nicht stecken.

Ein weiterer Punkt: Vieleingesetzte – und solche in für Angreifer interessanten Einsatzbereichen verwendete – Software ist Angriffen ausgesetzt, das ist nichts ungewöhnliches (Windows, Adobe Reader, Flash, WordPress, Facebook … die Liste lässt sich beliebig fortsetzen – selbst der Konkurrent Webex hatte vor nicht allzulanger Zeit mit kritschen Sicherheitslücken zu kämpfen1 ). In der Hinsicht kann es sogar von Vorteil sein, wenn gerade ein so großer Fokus auf ZOOM gerichtet ist und dadurch Lücken geschlossen werden können. Wichtig ist, das die Firma Probleme angeht und bisher sieht es für mich so aus, als habe man diesem hohe Priorität eingeräumt.

Für meine – unkritischen – Einsatzszenarien kann ich mit den Haken leben. Ich nutze Windows, setze WordPress ein – es ist nicht die erste viel-angegriffene Software in meinem Alltag.

Mein Privatsphäre-sensibler-Teil würde natürlich lieber auf andere Dienste wie Jitsi auf einem Server, welchem ich vertraue, ausweichen. Leider vertragen sich Convenience und gewünschte Privatssphäre nicht immer. Die Performance und Features finde ich aktuell bei keiner anderen von mir getesteten Software. Aber gerade letzterer Punkt muss jeder für sich selbst entscheiden und dann mit den einhergehnden Beschränkungen und Risiken leben – wie bei allen Dingen im Leben.

  1. Funfact: Eric Yuan, der Gründer von ZOOM und einige Entwickler*innen(?) der ersten Stunde arbeiteten ursprünglich bei Webex und verließen die Firma, nachdem diese sich gegen ihre Idee von mobilen Apps für Videokonferenzen entschieden hatte (via Bloomberg Businessweek). []

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