28
Dez 13

Gekritzelte Neujahrsgrüße

Als ich mich gerade an das Zeichnen meiner Neujahrsgrüße machen wollte, stellte ich fest: Eines meiner Lieblingstools gibt es nicht mehr. OdoSketch ging im August 2013 offline. Sehr, sehr schade. Also muss eine Alternative her. Was gibt’s da so?

DeviantART muro

Zum Beispiel das Online-Zeichenstudio von DeviantART, muro. Ein sehr mächtiges Tool. Verschiedene Pinseltypen, Ebenen, Filter, einfaches Farbmanagement, Auswahlwerkzeuge und für den eingeloggten DeviantART-Account-Inhaber auch automatisches Speichern. Sucht man bei DeviantART nach muro, findet sich das ein oder andere mit diesem Editor erstellte Kunstwerk.

2013-12-27deviantartmuro

Draw.to

Lang, lang ist’s her, da gab es auf jetzt.de mal eine Kritzelecke. Ich liebte die Herausforderung des Malens mit beschränkten Mitteln. So strahlt mein Herz, wenn ich Draw.to besuche. Ähnlich minimalistisch. Welche Kunstwerke dort entstehen, verrät der Blick in die Gallery.

2013-12-27drawto

Sketchpad

Sketchpad gehört hingegen in die Reihen der komplexeren Online-Zeichen“programme“. Die Farbverwaltung hat es in sich, da das Tool mit eingestelltem Farbverlauf startet. Über das Werkzeugfenster „Swatch“ gelangt man am einfachsten zur Einfarbigkeit. Toll ist, das Tool bietet Stempel. Nicht ganz so praktisch: Text, Polygone und andere Formen „sind“ ebenfalls Stempel, und zwar solche, die nicht gedreht werden können.

2013-12-27sketchpad

Selbstverständlich gibt es noch mehr. Pencil Madness, bei dem durch interessante Pinselformen jede Kritzelei aufgewertet werden kann (Flash). PencilApp ist ein sehr minimalistisches Tool, läuft dafür aber sehr flüssig. Fünf Farben, drei Pinselstärken und Texteingabe. Mehr kann nicht variiert werden. Sumopaint existiert ebenfalls noch und kann in Teilen seiner Power kostenlos genutzt werden.

Mehr davon? Auch Andere haben sich die Mühe gemacht, Listen mit Werkzeugen zusammenzustellen:

Und by the way: Kommt gut ins neue Jahr ;).


08
Sep 13

Social Media, Marketing… abschweifende Gedanken

Zum Einschlafen sollte ich wohl keine interessanten Podcast-Episoden hören, sonst geht es mir wie gestern. Die Zeit schreitet voran und in meinem Hirn bilden sich neue Verknüpfungen, Ideen und Bedürfnisse. An sich ist das ja nichts Schlechtes. Im Gegenteil, sonst würde ich wohl jetzt nicht hier sitzen und eifrig in den Editor tippen.

Auslöser war der DRadio Wissen Online Talk „Die große Langeweile“, in dem Julius van de Laar, Christian Marx und Adrian Rosenthal mit Daniel Fiene (@fiene) und Herr Pähler (@herrpaehler) über den mehr oder weniger stattfindenden Bundestagswahlkampf diskutierten. Eigentlich ging es in dem Gespräch mehr um Social Media und wie die Werkzeuge Twitter, Facebook, Blog und Co. eingesetzt werden könn(t)en.

Hellhörig wurde ich bei den Gedanken von Christian Marx zum Thema Nutzung der Tools zur Kommunikation (~13:37). Er beschriebt unter anderem das Phänomen, dass für Werbezwecke ein Blog oder Twitter-/Facebook-Account angelegt wird, der nach einer bestimmten Zeit dann jedoch brach liegt. Und dazu fielen Worte, die ich sicherlich noch gut gebrauchen werden kann.

Eines der Ziele seiner Organisation politik-digital.de ist es, das Internet zur nachhaltigen Kommunikation zu nutzen. Und das heißt u.a., Twitter, Facebook, Blog und Co ist kein Marketing-Tool, sondern sollte ein Baustein in einer breiten Kommunikationskampagne sein.

Von da aus flogen dann die Gedanken. Tief im Hinterkopf erinnerte ich mich (leider nur sehr vage) an einen Artikel/ einen Podcast/ ein Gespräch (?)1 in dem es darum ging, das Social Media (angewandt in einer Firma) eine bestimmte Kultur voraussetzt und auf der anderen Seite die Kultur auch verändert, wenn man es tatsächlich als erfolgreich funktionierendes Kommunikationsmittel einsetzen möchte. Oder eher: das volle Potential des Werkzeuges nutzen möchte.

Klar, man kann es auch als einfachen Multiplikationskanal sehen – „Noch mehr Audience für das, was ich senden möchte. *händereib*“ Wo ich wieder bei der Langeweile wäre (Der politische Betrieb eignet sich diesbezüglich wunderbar als Anschauungsobjekt, z.B. in der Diskussionsrunde „Überzeugt uns! – Der Politiker-Check„) und von dort ganz schnell zu einer Diskussion zum Thema Kultur, Erwartungen, Kommunikation abdriften könnte.

Ist das ein Teil des digitalen Grabens? Ist das ein Ding der Generationen – der Sozialisierung? Wenn ich diese Werkzeuge benutze, möchte ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen und ihn nicht für dumm verkaufen. Es ist eine tolle Möglichkeit Wissen, Ideen oder Gedanken auszutauschen.

Die Neuronen flimmern weiter und passend zum Thema las ich @AnsgarSkodaBericht vom 4. Social Media Kongress in Köln, bei dem am 28. und 29. August bekanntere Marken jenseits der „Was mit Journalismus/Internet“-Branche ihre Gedanken und Strategien zum Thema vorstellten. Solchen Veranstaltungen stehe ich eher reserviert gegenüber, doch dort einmal Mäuschen spielen dürfen, um eine Idee zu bekommen, wie weit die Ökonomen,  Marketingleute, Wirtschaftspsychologen und anderen Spezialisten das Spiel schon für sich erschlossen haben, ist nicht uninteressant.

Und dann lande ich gedanklich in der Sackgasse Kommerzialisierung. Und fürchte mich irrationalerweise vor einer Gesellschaft, wie sie in Idiocracy beschrieben wird – wo ich doch wohl eher in einer Schönen neuen Welt lebe.

 


  1. da merke ich mal wieder wie abhänig ich doch vom Google Reader und seiner Suchfunktion war :( []