15
Jan 05

Eine Ära geht vorbei … oder so

Ich habe meine beiden jetzt.de-Accounts gelöscht. Ist zwar schade um die Krizelbilder, wobei ich sie natürlich alle auf meinem Rechner habe, aber irgendwie steht es mir hier mit der Seite und ich boykottiere sie entgültig. Nicht nur, dass sie Frames einsetzt, dauernd aktualisiert und ohne JavaScript fast nicht zu besuchen ist, jetzt stört sie sich daran, dass ich keine Referrer mitschicke. Es nervt mich. Außerdem, was bringen mir diese Online-Communities, in die ich nur Zeit reinstecken muss, damit mich überhaupt jemand beachtet.

Aber darum geht es ja. Wir alle wollen schließlich beachtet werden. In Communities, in Webringen, in lockeren Linkfreundschaften hat es sich irgendwie eingependelt: Ich besuche dich, du besuchst mich, wir verbringen gegenseitig ein bißchen Zeit auf der jeweils anderen Seite, dann fühlen wir uns beide nicht einsam. Erstaunlich, wie gut es funktioniert. Ich erinnere mich an die Entstehungszeit der Crazylounge. Damals war es unter den Web-Teens das Gästebuch-Hopping, neben den Webringen, die eine „Ich besuche dich und du besuchst mich“-Verpflichtung aufgebaut haben. Aber was rede ich da, von wegen Verpflichtung. Manchmal, hatte man Glück, und die Seiten, die man besuchte, waren wirklich ganz nett. Vielleicht nicht wirklich interessant, denn seinen wir mal ehrlich, wenn interessiert schon, über was ich hier und heute wieder meinen Senf ablasse, oder wie toll doch meine 25. poetische Anwandlung über denn Sinn des Lebens ist. Ganz realisitisch betrachtet. ;) Natürlich gibt es (manchmal) auf Seiten interessante oder nützliche Dinge. Und wenn jemand entdeckt hat, dass dem so ist, freut er sich tierisch, weil das, was er geschaffen hat, vielleicht doch nicht ganz so unnütz ist. Aber vielleicht schließe ich hier fälschlicher Weise von mir auf andere.

Ich bin mir dieser Tatsache durchaus bewusst und versuche gerade deswegen nur für mich zu schreiben, aber ich wäre kaum Mensch, würde mir diese gelingen. A propos Mensch sein, erinnert mich irgendwie an den wunderschönen Blog-Eintrag über die sieben Totsünden des bloggens, oder so ähnlich. Ich muss sagen, ich bin froh, dass es sie gibt, ansonsten wären alles, was es da so zu lesen gibt, stinklangweilig. Ich muss zwar zugeben, dass es auch hier ein Maß der guten Dinge gibt, aber nur objektive und sachliche, wunderschön geschriebene und informative „Artikel“ zu lesen, wäre – nein ist mir auf Dauer zu langweilig. Abgesehen davon, wiederholt sich in der Blogwelt alles und ständig – schöne neue Welt.

Aber innovativ sein, ist nicht einfach. Neues zu entdecken, wo schon so viel entdeckt wurde ist schwierig. Also kann man es so wie die Wissenschaft halten, man geht immer mehr ins Detail. Nicht mehr die großen Dinge sind interessant, … Vermerk an mich selbst: „Der Gott der kleinen Dinge“ lesen … ach was schreibe ich da.

Nichts desto trotz stelle ich mehr und mehr fest, wie wenige Seiten ich finde, die wirklich mehr bieten, als eins zwei Bereiche. Die mich rundum zufrieden stellen, die abwechslungsreiche Themen anbieten. So etwas findet man dann doch wieder nur in Communities, dort wo viele unterschiedliche Menschen sind, die unterschiedliche Dinge haben, die ihnen wichtig sind. Und dort schließt sich mein Kreis …

Wo war der Faden, was wollte ich sagen? Ich weiß es gar nicht. Ist das so schlimm? Vielleicht, wenn ich dies noch einmal lese, morgen oder übermorgen, entdecke ich eine neue Wahrheit – für mich!


10
Jan 05

Neues Aussehen – endlich auch für den IE

Ich gebe zu, ich habe mich von den momentanen „Trend-Vorhersagen“ von Forty Media inspirieren lassen und bin ein wenig in den Wicked Worn Look gerutscht. Wobei – das hier ist schon eine graphische Meisterleistung für mich Hungerkünstler. Vor allem war es ein Akt, bis das ganze im Internet Explorer so ausgesehen hat, wie mit meinem Lieblingsfüchschen. Lag nicht zu letzt an Fehlern von mir und der Falschdarstellung des Microdoof Hausbrowsers was PNG’s angeht.

Wenn ich darüber nachdenke, muss ich irgendwie an alte Zeiten denken, in denen der IE mit all seinen CSS-Möglichkeiten der fortschrittlichste Browser war für meine kleine Wenigkeit und ich und meine Leidensgenossen über den Netscape Communicator 4.x gestöhnt haben. Nur zu gut erinnere ich mich daran. Tja, die Zeiten haben sich irgendwie geändert. Der IE schippert mehr und mehr ins Abseits mit seinem etwas überalterten Auftreten, seiner Unflexibilität Ich frage mich, wie ich einmal ohne Tabbed Browsing auskommen konnte ^-^.

Und wenn ich dann sowas lese *sz*, vielleicht wiegen sie sich in Sicherheit, denn die Welt der nicht ganz so bewanderten Computeruser liegt ihnen zu Füßen, meinen sie. Aber gerade was neuere CSS-Standarts angeht, sieht der IE doch bald uralt aus und man muss extra für ihn eine eigene Stylesheet-Version erstellen, damit er sie auch lesen kann. Die CSS-Brille für den IE *g* – ok, meine bescheidene Meinung und wenn man es genau liegt, sind das ja auch alles nur Entwürfe.

Wie damals bei Netscape werde ich wohl weiterhin in den sauren Apfel beißen und meine Seiten so gestallten, dass man sie auch mit dem IE lesen kann, jedoch mehr und mehr damit leben, wenn es dann mit dem IE nicht ganz so toll aussieht Wie z.B. jetzt schon mit den abgerundeten Ecken.

Nachtrag Wo ich gerade dabei bin … kleine Fehler der CSS-Darstellung des Internet Explorers [via csshilfe].


12
Dez 04

Raus aus dem Internet

Dinge, die ihr tun solltet/ könntet, anstatt eure Zeit im Internet zu verbringen – euch ins Internet zu flüchten:

  • Plätzchen backen (Vor allem, wenn ihr Kinder habt! Mit euren Kindern backen!)
  • Schlittschuhlaufen gehen (Vor allem, wenn ihr Kinder habt!)
  • Fensterbilder basteln (Überhaupt, wenn ihr Kinder habt, basteln ist angesagt!)
  • Weihnachtspost schreiben, und zwar per Hand und auf Papier. Dafür vielleichts selbst Karten malen oder abzeichnen oder basteln (Jeder kann Sterne ausschneiden, als Schablone kann man Plätzchenformen verwenden!
  • Mit Freunden über den Weihnachtsmark gehen
  • Weihnachtslieder einüben für den Weihnachtsabend (Vor allem, wenn man Kinder hat, gemeinsam singen, vielleicht noch mit Instrument)
  • Lest mal wieder ein Buch!! Z.B. die Weihnachtsgeschichte von Dickens.
  • Kauft eure Geschenke nicht online!! Bastelt vielleicht mal was. Auch wenn es nervig ist, stürzt euch in den Weihnachttrubel und beobachtet die Menschen. Geht gelassen an die Sache, ohne Stress und Hektik und wenn euch Leute stressen wollen, dann steht drüber und lasst sie vor!
  • Geht im Wald spazieren, Frische Luft tanken. Und wenn Schnee liegt, fahrt Schlitten!
  • Kocht eurer Frau/ eurem Mann ein richtig schönes Candle-Light-Dinner. (Kinder vorher bei Oma/Opa/Tante… abliefern) und dann ein Abend für zwei
  • Wenn ihr noch etwas für Job/Schule/Studium zu erledigen habt, was ihr gerade aufschiebt und ihr nicht daran denken wollt und euch deswegen mit dem Internet ablenkt. Macht es!!! Sofort und danach könnt ihr die Zeit genießen, habt nicht immer ein schlechtes Gewissen und bekommt auch keinen Ärger, weil es nicht fertig wird!
  • Organisiert eine Weihnachts (oder auch Antiweihnachtsfeier, falls ihr Weihnachtsmuffel seid) für Freunde, jeder bringt was mit, dann wird es auch nicht so teuer!
  • Geht ins Kino! Z.B. in Die Unglaublichen oder Die fetten Jahre sind vorbei
  • Macht Sport!!

Und hört auf zu jammern, dass ihr keine Zeit habt und alles so anstrengend ist. Ihr habt die Zeit, wenn ihr sie euch nehmt. Denn in 80% der Fälle ist alles nur aufgeschoben und verplempert. Also werdet effektiv und verschwendet eure Zeit nicht damit, im Internet herumzuhängen. Habt ihr euch mal überlegt, was ihr hier eigentlich macht? Vielleicht ist es interessant in anderer Leute Leben herumzuschnüffeln, aber seid mal ehrlich, wie sehr erfüllt euch das, was ihr hier tut? Was bringt es euch wirklich, dreizig Meinungen zum Thema Pisafragen oder den neuen Wörtern des Jahres gelesen zu haben?? Und wenn ihr schon so süchtig seid, dass ihr nicht mehr ohne Internet könnt, dann beschränkt es. Und dann verringert die Zeit und fangt wieder an zu leben. Die einzige Ausrede, die wirklich eine ist, wäre, dass euer Job davon abhängt, weil ihr Internet-Journalist/Webdesigner oder was auch immer seid. Dann müsst ihr euch mit dem Medium auseinandersetzten… aber ansonsten, kümmert euch um eure Kinder, euren Partner, eure Freunde! Geht raus! Und wenn ihr nur Online-Freunde habt, dann solltet ihr jetzt darüber nachdenken, ob ihr euch nicht lieber mal offline trefft! Euch Briefe schreibt oder telefoniert! Fangt an, euch ein reales Leben aufzubauen! Das ist nämlich wesentlich erfüllender weil ihr die Zeit sinnvoll nutzt. Ihr könnt neue Dinge dazu lernen, ihr könnt neue Kontakte knüpfen und ihr seid Abends ausgelastet und euch ist nicht schummerig, weil ich euch schnell durch die Welten des Internets geklickt habt. Ihr seid müde, weil ihr etwas geschafft habt und schlaft viel besser! Und vielleicht habt ihr dabei noch einen Menschen glücklich gemacht, weil er Post bekommen hat – Briefpost!
Und hört auf zu sagen, ihr habt keine Lust! Ihr wisst doch gar nicht mehr, wie das ist, etwas richtiges zu machen. Mit Händen oder sich zu bewegen! Ihr hängt den ganzen Tag vor dem Computer oder der Klotze, alles andere würde in ‚Arbeit‘ ausarten, weil es nicht so bequem ist. *kopfschüttel* Also tut euch und eurem Umfeld ein Gefallen und brecht aus diesen Gewohnheiten aus.
P.S.: Wenn ihr euch in irgendeinem Punkt zu unrecht beschuldigt fühlt, dann fühlt euch einfach nicht angesprochen. Wenn doch, dann macht was! Ändert etwas! Mehr als in den Arsch treten kann man euch nicht, ihr müsst es selbst durchführen und ihr habt auch die Kraft dafür, müsst nur mal den Hintern hoch kriegen. Mal aufhören immer nur die bequemste Möglichkeit vorzuziehen. Und ihr werdet sehen, ihr werdet Dinge finden, die euch Spaß machen! Viel mehr Spaß als alleine vorm Computer rumzudümpeln!!!


28
Nov 04

Unsicherheit

So viel ist unsicher schreibt Markus Huber. Ein bemerkenswerter Artikel über die Unsicherheit der unter 40-Jährigen, in einer Zeit, in der es nicht genügt, einen guten Abschluss zu haben, in einer Zeit, in der jeder alles und jeder nichts werden kann.
Ein Bedrückendes Szenario, aus dem er, und seinesgleichen, so scheint es, trotz aller Unsicherheiten etwas geschöpft haben: Kreativität und Gemeinschaftsgefühl.

Schwierige Zeiten das, schwieriges Leben für eine unsichere Generation. Aber es fördert auch die Kreativität.[..] Und ich mag es, mit ihnen gemeinsam ein Magazin zu machen. Übrigens eine unsichere Sache, so ein Magazin.

Sie genießen das, was sie haben und bilden ohne Grenzen ihren eigenen Stil aus Ikea und Design.

Sie tragen sauteure Jeans zu Adidas-Schuhen vom Flohmarkt, die Mädchen haben Kelly-Bags um ein Heidengeld, die farblich gut zu ihren H&M-Mänteln passen. Ein modisches Crossover aus billig und teuer, aus Flohmarkt und Tom Ford, aus Ich-habe-im-Moment-Kohle und Ich-habe-im-Moment-keine-Kohle.

Widerstrebend der Gedanke, dass morgen schon alles vorbei sein könnte, denn man weiß nicht was kommt. Das was Markus Huber schreibt, trägt neben der Unsicherheit auch ein wenig melancholische Schönheit ins sich. Etwas besonderes und auch anstrebenswertes in dem Lebensstil der Unsicheren, neue Werte. Vielleicht ist es schwierig, sich neu zu orientieren, wo nichts sicher ist. Doch sie haben die Möglichkeiten, denn sie haben gesehen, dass es funktioniert.
Vielleicht ist das einer der gewaltigen Unterschiede zu jenen, die jetzt um die 20 sind. Ich habe nicht gesehen, dass es funktioniert. Markus Huber schreibt, für die 20er sei das ‚du kannst etwas werden obwohl du nichts bist‘ normal. Für uns macht es das nicht einfacher. Ich fühle mich unsicher, wie ihr euch unsicher fühlt. Doch kommt dazu, dass ich einer Generation angehöre, die sehen konnte, wie ihre Eltern und Verwandten scheiterten, wie alles, wofür sie ihr Leben gearbeitet haben, zusammenbrach, wie sie zusammenbrachen, obwohl sie etwas geleistet haben. In solchen Momenten noch für das zu kämpfen, was man werden möchte, sich fortzubilden, kreativ zu sein – mir fällt es schwer. Wir haben nicht nur den Druck der Gesellschaft auf unseren Schultern lassten. Wir wissen, dass wir es selbst schaffen müssen, dass wir selbst unseren Weg finden müssen, wenn wir etwas erreichen wollen, wir müssen dasSystem eventuell ausnutzen können und bereit sein, auf den Schultern Anderer, rücksichtslos und nur uns selbst in den Mittelpunkt stellend, vorran zu streben. Und bei all dem sind wir allein, denn niemand kann uns wirklich helfen. Ich wünsche dennoch jedem die Kraft, das zu schaffen, was er sich wünscht und nie aufzugeben. Kreativ zu sein und das Beste aus allem zu machen!


05
Nov 04

Blogosphäre und private Seiten

Hmm, nachdem ich ein wenig bei Blogg.de wahllos auf Blog geklickt habe, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es doch eine Menge Müll gibt – ok, es war nicht anders zu erwarten, aber ich habe mich noch nie so wirklich selbst überzeugt. Bestimmt 70% der Seiten, die ich besuchte beinhalteten zwischen 2 und 4 Einträgen in einer – wie soll ich es sagen – sehr ausgefeilten und könnte ich in diesem Zusammenhang eloquent verwenden? Ich glaube nicht eleganten Sprache (‚Ick haam dan ssooooo ssüüßßßßßßßßß unnnndd glaubste dat…‘).
Erfreut hat mich, dass ich tatsächlich zwei Seiten gefunden habe, die ich für mich interessant fand. Bin eben etwas plem-plem.
Perlen im Schrott, ich weiß nicht, hat irgendetwas, finde ich. Mir gefällt es und außerdem hatte ich ja seit jeher ein Faible für Farben mit einem hohen Grauanteil *hüstel*
Und das Netzteil fand ich auch irgendwie sympathisch. Mal sehen, wie diese Blogs bei häufigerem Genuss schmecken.
Naja, und nachdem ich mal wieder in anderen ‚privaten Welten‘ herumstöberte, kam wieder das Gefühl hoch, etwas wie die crazylounge im privaten Rahmen neu zu beleben. Aufgebaut auf Greymatter. Aber ich bin mir da noch nicht so schlüssig. Ich habe die Zeit nicht, auch wenn es mir in den Fingern juckt. Und die Zeit, in der meine Generation die ‚Jugend, die das Netz entdeckte‘ ist leider vorbei. Das Internet ist (leider) für (fast) jeden zugänglich und interessant. *sz* C’est la vie.