15
Aug 06

Raus aus dem Internet?

Vor ein paar Monaten? Jahren? habe ich einmal einen relativ barschen Artikel geschrieben, der dazu aufrief, das Internet zu verlassen, den PC auszuschalten und ein wenig am realen Leben teilzunehmen. Beim Import meines Scrapbooks nach Flock bin ich darauf und auf die damaligen Kommentare darüber gestolpert.

Rückwirkend betrachtet schäme ich mich ein wenig (mehr) für die Art und Weise, wie ich diesen Artikel geschrieben habe. Vor allem, weil ich in ihm eindeutig den Leser anzusprechen schien, ihn in gewissem Maße vor den Kopf stieß. Diesen Artikel schrieb ich damals mit Leidenschaft, aus vollem Herzen und in gewisserweise aus der Frustration heraus, mal wieder meine Zeit mit dem Medium Internet verschwendet zu haben, anstatt am „wahren Leben“ teilzunehmen. Und ich schrieb ihn damals hauptsächlich für mich. Die Anschuldigungen, die ich erhob, konnte ich nur gegen mich erheben.

Inzwischen hat sich nicht viel, aber doch etwas an meinem Verhalten geändert. Zwar verbringe ich immer noch viel zu viel Zeit vor meinem Computer, flüchte vor der Realität und ertappe mich dabei, dass ich mich langweile, sinnlose Klickspiele spiele und das Gefühl Einsamkeit, vor dem ich zu flüchten versuche, eher verstärkt wird, doch habe ich das Gefühl, dass es einen weiteren Aspekt im Umgang mit dem Internet gibt, welcher langsam in meiner Betrachtungsweise Fuß fasst.

Ich bin ein Informationsjunkie, wenn ich könnte, würde ich sämtliches Wissen wie ein Schwamm aufsaugen. Durch eine neue Strukturierung meines Umgangs mit dem Wissen, welches ich über das Internet erhalten kann, habe ich es geschafft, dass das Gefühl der Überforderung und der Informationsüberlauf ein wenig abgenommen hat. Zwar habe ich ein vernünftiges Maß noch lange nicht erreicht, doch ich fühle mich so, als ob ich den richtigen Weg einschlagen würde.

Am Anfang stand die Selektion, so würde ich es ausdrücken. Und wenn ich mich doch immer wieder dabei ertappe, von der unendlichen Fülle an wirklich interessanten Informationen übermannt zu werden, habe ich es gelernt – schweren Herzens – mich von Newsfeeds, Podcasts, Links zu trennen, die nicht ganz so optimal auf meine Denkweise zugeschnitten sind.

So genial die Inhalte einer Seite oder eines Podcasts sein mögen, wenn der Newsfeed keinen guten Abstract enthält oder ich den Macher, die Macherin des Podcasts unsympathisch finde, macht es keinen Spaß, meine Zeit darauf zu verwenden, diesen Dinge meine Zeit zu schenken. Also liegen sie in meinem Newsreader oder Podcatcher, müllen meine Favoriten zu und in mir wächst das Gefühl der Unzufriedenheit und Überforderung mit jeder Erhöhung der „ungelesene Item“-Anzeige.

Vor nicht allzulanger Zeit war es für mich alles andere als logisch, mich als Konsequenz dieser Gefühle, einfach von dem entsprechenden Item zu trennen. Ganz groß leuchtete nämlich in solchen Fällen eine „Du verpasst etwas“-Leuchte in meinem Gehirn auf. Noch so eine hartnäckige Institution meines Geistes. Mir fällt es schwer, diese inneren Klötze von meinem Bein abzuschütteln, aber wie heißt es so schön ^.~ „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“. Also werde ich Schritt für Schritt lernen loszulassen und mich damit arrangieren, dass mein Gehirn nicht für ein allumfassendes Wissen ausgestattet ist.

Unter diesen Vorraussetzungen möchte ich das Internet natürlich ungerne missen. Denn Radio oder Fernseher sind mit ihrer eher dürftigen Auswahl nicht mein Zukunftsmedium und Zeitschriften – würde ich nicht lesen. Dafür stecke ich noch zu sehr im Geschwindigkeitsrausch der „neuen Technologien“ fest. Vielleicht lerne ich es irgendwann, mich so vollkommen zu entspannen und locker über mein Wissensdefizit hinweg zu sehen, dass ich mich stundenweise aus dieser mulitmedialen Welt ausklinken kann. Dass ich gemütlich ein Buch lesen kann, mit meinen Freunden klönen und in den Tag leben.

Eine Schocktherapie, wie ich sie damals von mir selbst verlangte wäre jedoch nicht das, was mich wirklich glücklich machen würde. Dafür liegt mir dieses Medium zu sehr am Herzen. Schließlich finde ich hier eine Menge Inspiration, ausgehend von den kreativen Köpfen dieser Welt, interessante Informationen und auch jede Menge Wissen. Dieses Medium schult meinen kritischen Umgang mit Informationen – mehr noch als das Fernsehen (ich mag es kaum glauben, dass ich das schreibe ^-^“) – und eröffnet mir eine so bunte und vielfälltige Welt an Interessen und Ideen. Natürlich gibt es diese auch im realen Leben, doch für mich liegen diese Dinge nicht einmal annähernd so offen vor meinen Füßen, wie im Netz. Unter Gleichgesinnten erzählen nun einmal die meisten viel eher von ihren exotischen Hobbies.

Nun denn. Es ist schon spät und langsam werde ich müde. Aber für ein, zwei Seiten werde ich noch ein wenig Energie aufbringen können. Also, raus aus dem Internet, schön eingekuschelt in die Decke und noch ein paar Seiten, ganz klassisch im Buch gelesen. ^.~


22
Jul 06

Vor dem Gewitter

Befor a thunderstorm 5
Befor a thunderstorm 5, originally uploaded by chise.

Düster sieht es aus, naja ^-^“ Wie auch immer, ich habe mal ein paar Photos vom Himmel geschossen und ihr könnt sie euch als Flickr-Set ansehen.

Und mit diesem Post teste ich mal die Blogging-Qualitäten von Flickr, in dem ich den Eintrag direkt via eben jener Seite einfüge. Bin ja mal gespannt ^-^“. Sehr positiv war, dass ich den Quelltext des Blogeintrages anpassen konnte – also bin ich mal gespannt, was nun dabei herauskommt ^-^“


09
Jul 06

Kategorisierung und Schreibweise

Mal wieder habe ich mich eben an alte Artikel von mir gesetzt, um sie zu taggen. Ich muss sagen, es fällt mir sehr sehr schwer. Meine Schreibweise hat sich im Verlauf der Jahre immer mal wieder verändert. Früher war dies tatsächlich mehr oder weniger nur ein Linkspeicher – ich habe mir keine Gedanken über eine Strukturierung gemacht.

Alles was ich im Netz fand und interessant fand wurde unter netzgeschaedigt abgelegt. Passend, aber nicht gut durchsuchbar. Bzw. das kann man besser ordnen. Dafür ja jetzt die Tags. Allerdings stellt mich diese alte Schreibweise vor das mehr oder weniger unlösbare Problem der „Beiträge der 1000 Tags“, wenn ich das jetzt mal so nennen darf. Beiträge, die ich mit unheimlich vielen Tags versehen müsste, und ich dann wieder einen „Überbegriff“ einführe: misc.

Nun ja. Glücklicherweise habe ich viel geschrieben, und so wird, wenn man hier auf einen Tag klickt, dieses Wirrwarr nicht unbedingt auf der ersten Seite auftauchen. Auch ein Vorteil meiner Vielschreiberitis. ^-^

Und noch einen gibt es – vielleicht, wahrscheinlich? – ich habe schreiben gelernt, oder zumindest meinen Schreibstil verbessert. Ich schreibe zwar immernoch spontan, so wie es aus meinen Fingern fließt, aber durch die Übung (bestimmt um die 1000 Artikel in allen Blogs), Feedbacks und Lektüre von Artikeln anderer zu dem Thema, habe ich das Gefühl schon besser zu schreiben, suchbarer, zusammenhängender.

Rückblickend auf meine alten Einträge stelle ich mehrere Dinge fest:

  1. So wie ich geschrieben habe, sind viele coole Links im Untergrund verschwunden. Sie stehen da zwar irgendwo, aber man sieht sie nicht, kann sie nicht finden. Suboptimal, wobei es natürlich auch einen Reiz haben kann, einfach mal zu stöbern und dann immer wieder etwas zu entdecken.
  2. Ich habe tonnenweise Schwachsinn verlinkt, der inzwischen wahrscheinlich noch nicht mal mehr existiert ^-^“. Aber damals war es eine Möglichkeit, meine Favoriten zu entmüllen – gut dass es inzwischen del.icio.us gibt ^-^“, dann kann ich alle „links, die ich irgendwann einmal besuchen könnte oder so“ dort verlinken und wenn sie tatsächlich gut sind, darüber hier berichten.
  3. Es ist sehr interessant, in seinen alten Sachen zu stöbern. ^-^ Nicht nur einmal musste ich grinsen über das, was ich da geschrieben habe. Auf der anderen Seite kamen auch ab und zu sehr überraschende Fakten wieder ans Tageslicht, wenn ich „biographisch“ über Dinge in meinem Leben gebloggt habe. Gedanken die ich damals dazu hatte *hüstel*… sehr kurios. *lol*

Jaja, und somit widme ich mich wieder dem Taggen, freue mich, dass ich inzwischen mit dem Hintergrund des „tagbar seins“ schreibe *übertreib* und werde auch weiterhin fleißig daran üben, meinen Schreibstil zu verbessern. ^-^ Mehr Semantik, mehr Flüssigkeit,… *flusch*

Nachtrag Ein paar Links zu dem Thema mag ich dann doch nicht vorenthalten. Und zwar bin ich gestern im Markup-Sideblog über einen Artikel gestolpert: „Warum Menschen online nicht lesen – und was man dagegen tun kann“, bzw. eigentlich ist es die Übersetzung eines Artikels. Ich habe ihn bisher nicht gelesen, aber den Titel finde ich sehr ansprechend, zumal ich auch sehr sehr selten wirklich Sachen im Netz lese.

Die meisten Sachen lese ich nur quer. Artikel, die ich wirklich komplett lesen möchte, muss ich ausdrucken. Ausnahmen sind dabei kürzere Weblog-Artikel. „Fachlicheres“ – in meinem Falle Dinge zur Physik oder zum Thema Webdevelopement – muss ich konzentriert lesen. Wenn ich am Computer bin, mache ich jedoch meistens mehrere Dinge gleichzeitig, bzw. schenke mehreren Dingen meine Aufmerksamkeit, womit die nötige Konzentration für den Artikel fehlt. Könnte ja was verpassen oder bin einfach mit den Gedanken schon beim übernächsten Artikel, der mich auch interessiert ^-^“: Ungeduld, Ungeduld.


07
Jul 06

Bloggen, Blogger, Blubberbla

„Dies ist kein Blog“ – habe ich bei Jawl gelesen. Dabei geht es um die Abkehr von „Blogger-Größen“ – wie auch immer – von der Begrifflichkeit des Bloggers.

Die Artikel der beiden bei Jawl erwähnten zu lesen ist dann durchaus auch sehr interessant. Und beim überfliegen der Kommentare, dem gesamten Verhalten, der Grundstimmung, die da so rüber kommt frage ich mich ein bißchen. Ob diese „Gruppe“ von Bloggern wirklich „die deutschen Blogger“ sind.

Ich muss dann so an meine Schwester mit ihren Strickblogs denken, an die ganzen privaten Leute. Oder zählt es nicht, weil sie sich nicht mit dem Bloggen an sich beschäftigen. Weil sie die Technik nicht interessiert *pauschalisier* solange sie funktioniert? Und dann fallen mir die vielen vielen kleinen Liebenswerten Blogs ein, die sich eben nicht nur darum drehen, aber auch. *grübel*

Mal wieder so ein komplexes Thema, dass keine eindeutige Stellungname von mir möglich macht. Mangelnde Informationen, um mich zu entscheiden – was soll ich davon halten. Denn letztendlich habe ich nur halbes Wissen. Und dann passiert so etwas, wie in diesem Spot ^-^“ [via basicthinking].

Und wieder ein Thema, bei dem ich mich Frage, wieso sie sich so aufregen. Wobei – darauf gibt es eine Antwort – mindestens. Es ist ihnen wichtig. Und es tut meistens Weh, wenn etwas, was einem wichtig ist, durch den Dreck gezogen oder missverstanden wird. Außerdem ist es auch nicht wirklich schön – wie min. einer der beiden oben erwähnten schreibt – auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden – und ständig Kritik einheimsen zu müssen.

Nicht dass ich mich mit ihnen auch nur Ansatzweise vergleichen könnte. Aber ich kenne dieses Problem. Man schreibt aus Spaß am Schreiben, irgendwann erhält man Aufmerksamkeit, freut sich darüber, wenn man Pech hat wird man abhängig davon, und irgendwann wird es zu viel. Mir wurde es einmal zu viel – und ich zog meine Konsequenzen daraus. Dieser Blog pingt nichts mehr an – was übrigens sehr gut gegen Spam hilft. *hüstel* Denn die Verknüpfung der Blogs, die sehr genial ist, einem sehr schnell Aufmerksamkeit bringen kann, bringt einem auch Aufmerksamkeit von Spammern.

Ok, zugegebenermaßen nur Ingenieursinduktion – keine wissenschaftlichen Befunde ^-^“ – aber was soll’s. Ich habe hier ja niergens einen Vertrag unterschrieben, dass alles, was ich so tippe der Richtigkeit entspricht, perfekt ist oder unterhalten, informieren oder sonst was machen muss. Das einzige was muss, ist Spaß machen – und zwar mir. Und wenn es vielleicht dem eine oder anderen, der hier vorbeischneit auch Spaß macht – freue ich mich ^.^. Und wenn nicht – ihr euch aufregt, euch angegriffen fühlt oder ob meiner Dummheit und blöden Sprüchen im Intellekt beleidigt, bitte ich euch doch einfach zu gehen und keine Gedanken an so etwas sinnloses wie einen Blog zu verschwenden. ^-^“.

So, und das war genug getextet ^-^“ *sich verbeugt* Und jetzt wünsche ich ein schönes Wochenende!


06
Jul 06

Rasende Entwicklung – Mikroformate

Aaaaahhh, nicht schon wieder was Neues!! Die Entwicklung schreitet voran, und schon lange hänge ich wie ein schlackerndes Taschentuch aus nem fahrenden Zug „byebye“.

Was jetzt??? Microformats? Was ist das. Ehrlich – ich habe keine Ahnung. Wenn ich so einen Blick in den Quelltext des Impressums von Einfach für Alle schaue, lachen mich lauter <span>’s an. Hat das was damit zu tun?? Auf jeden Fall berichten sie darüber und verlinken auf ein Mikroformate-Wiki. Dort werde ich – hoffentlich – eine gute Erklärung bekommen.

Wie auch immer – da mir dafür sowieso keine Zeit bleibt – man bin ich froh, dass das nicht mein Job ist. Wenn man da mal eine Minute nicht aufpasst, hat man schon wieder was verpasst. Ob sinnvoll, oder nicht ^-^“. Denn nicht jeder Trend hält sich. Ich erinnere mich auch an eine Zeit, in der irgendwelche Webmaster-Seiten behaupteten, dass Curl das neue HTML ist. Uhm… naja ^-^“. Nützlich scheint es zwar schon zu sein, aber HTML als Markup-Sprache hat’s wohl nicht abgelöst – oder lebe ich an diesem Bereich des Netztes vorbei. Ist ja gut möglich.

Aber wieder zurück. Microformats, Mikroformate sehen durchaus sinnvoll aus. Verbesserung der Semantik – Seman-was?? Also letztendlich der Gliederung, der Struktur des Markups. In der Strukturierung werden schon informationen hinterlassen, um welche Inhalte es sich bei ihren Inhalten handelt. Ein kleines Beispiel von Microformats.org ist quasi selbsterklärend.
<span class="tel">
<span class="type">home</span>:
<span class="value">+1.415.555.1212</span>
</span>
Hm, und was ich davon halte, weiß ich noch nicht. Es hat Vorteile, wenn es sich wirklich als Standart durchsezten würde, Nachteile, weil es den Code aufbläht und Adress-Robotern & Datensammlern die automatische Ernte von z.B. Adressdaten sehr vereinfacht. Auf der anderen Seite kann dies auch sehr praktisch sein, wie diese Slideshow von Eric Eggert zeigt. Hmm… so ganz verstanden habe ich es allerdings noch nicht, dafür brauche ich wohl mehr als 10 Minuten querlesen ^-^“.

Was ganz anderes – oder naja, so ein bißchen – Ich finde diese Ajax-Slidesshows echt smooth. Frage mich, ob das auch was für den Uni-Betrieb ist. Denn die Formatierung ist einfach. Auf einem Uni-Server liegend wird es kein Problem sein, Math-ML oder sogar LaTeX einzusetzten Da redet sie mal wieder von Dingen, von denen sie keine Ahnung hat, sondern nur mal irgendwo irgendwie zwei Sätze zu überflogen hat, und (W)Lan haben die meisten Konferenz-Räume auch. *sich am Kopf kratzt* Mal schauen ^-^“