16
Jul 08

Margaret Atwood „Oryx und Crake“

Margaret Atwood
Orxy und Crake

Habe ich bereits erwähnt, dass ich Margaret Atwood wirklich gerne lese? Und diese Tatsache hat sich mit “Oryx und Crake” dem letzten Werk, welches ich von ihr gelesen habe, nicht verändert – eher im Gegenteil. Für mich ist schon irgendwie eine geniale Autorin.

“Oryx und Crake” ist ein typischer Dystopia-Roman. Wir befinden uns in einer Zukunft die so in etwa nach der Zukunft der Menschheit spielt. Aus der Sicht des Schneemensch (bzw. Jimmy), der als einziger – zumindest geht er davon aus – Überlebender unserer Rasse in einer Welt nach der großen Katastrophe lebt, geschildert. Nach und nach erfährt der Leser, was vor der Katastrophe passierte und wie die Welt danach aussieht.

In typischer Atwood-Manier weiß sie es auch in diesem Werk, verschiedene Handlungsstränge, oder in diesem Falle verschiedene Zeitschienen, Gegenwart und Vergangenheit geschickt zu verweben. So blieb ich beim Lesen, am Ende des Tages, nicht selten mit dem Gefühl zurück, schneller weiterlesen zu müssen ^-^“, damit ich endlich erfahre wie es weiter geht. Und für mich muss ein Buch  genauso sein!

Vom Gefühl während des Lesens erinnert mich “Oryx und Crake” ein wenig an “Die Zeitmaschine” von H.G. Wells (Lesebefehl ^.~) Nur dass mich Atwoods Buch dieses Mal sprachlich nicht 100%ig vom Hocker gerissen hat. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob “Oryx und Crake” tatsächlich sprachlich etwas schwächer ist als “Der Report der Magd” oder “Katzenauge”. Es ärgert mich ein bisschen, dass ich “Oryx und Crake” nicht im Katzenauge, gelesen habe. Ich denke, das wäre besser gewesen, auch um die wirkliche Sprache der Autorin kennen zu lernen. Daran war einzig und allein der Remitenden-Laden, Lit Media Buchdiscount, in Bonn Schuld. ^.~ Ach quatsch. Wer weiß, wie lange ich das Buch nicht gelesen hätte, wenn es mich dort nicht angelacht hätte.

Fazit

Wie dem auch sei, mein Fazit zu “Oryx und Crake”: Ein kurzweiliges und interessantes Buch welches auch zu netten Diskussionsrunden führen kann! Es ist zumindest für jeden, der auf Dystopia-Romane steht empfehlenswert. Auch für Leser von anderer philosophischer bzw. gesellschaftskritischer Fiktion, wobei, je nach Anspruch des Lesers, eventuell Enttäuschung aufkommen könnte, da es in diesem Bereich definitiv bessere und tiefgehendere Bücher gibt.


23
Jan 08

Rousseau und die geilen Pelztierchen

Rousseau und die geilen Pelztierchen

Nein, Rousseau und die geilen Pelztierchen ist nichts für prüde Menschen, welchen es schon beim Gedanken an Pornographie rot in die Nase steigt – oder aber sie sind gerade die perfekte Zielgruppe.

Eins ist jedenfalls sicher, ein Sprachmuffel darf man nicht sein, denn ansonsten wird man sich schon sehr schnell über den geschwollenen Stil eines Großteil des Textes aufregen. Nicht umsonst wird der Autor, Andrew Crumey auf der Rückseite mit Umberto Eco und Christian Norfolk in einem Atemzug genannt. Wobei – an Eco kommt er bei mir nicht heran. Besser gefallen als Norfolks „Lemprière’s Wörterbuch“ hat mir das Buch jedoch allemal!

Zwei Teile der Geschichte spielen in der heutigen Zeit, ein weiterer im Frankreich des späten 17ten Jahrhunderts – diese drei Geschichten, welche der Autor parallel erzählt, sind natürlich miteinander verknüpft. Auf welche Art und Weise erfährt der Leser selbstverständlich erst nach und nach ^·~

Grob geht es um eine geheimnisvolle Enzyklopädie, zwei Kopisten die flüchten müssen, nachdem sie einen geheimnisvollen Auftrag erhielten, zwei etwas ältere Geisteswissenschaftler, deren Leidenschaft die Bücher sind, wie Mr.Mee, einer der Gelehrten und quasi der Protagonist, die heutige Welt entdeckt und natürlich um die Liebe. Letzeres allerdings nicht ganz so, wie man sich dies vielleicht zuerst vorstellen mag. Das hört sich jetzt etwas trocken an, ist es aber nicht – im Gegenteil! Ich habe mich köstlich amüsiert!

Und damit kann ich guten Gewissens sagen, Andrew Crumey ist definitiv ein Autor (übrigens Physiker ^.~) den ich mir merken werde!!


15
Okt 07

Projekt Gutenberg

oder „Hat jemand einen Sack Zeit für mich?“

Seit Längerem überlege ich schon, mich in die Lektüre von „Klassikern“ der Literatur zu stürzen. Das Projekt Gutenberg bietet sich mir dabei als eine sehr nützliche Quelle an. Viele Werke, in einige Sprachen und manchmal sogar mehreren unterschiedlichen Übersetzungen, werden dort angeboten.

Dies führt dazu, dass ich inzwischen eine „kleine“ Liste an Büchern und Novellen habe, welche ich mir ansehen und am Besten auch lesen mag.

Sind die Bücher kostenlos?
Das Gutenberg Projekt schreibt hierzu: Die meisten Bücher sind frei, sowohl zum persönlichen als auch anderem Gebrauch, weil sie in den USA nicht mehr vom Copyright geschützt sind. Wirft man hingegen einen Blick auf die Informationen des deutschen Gutenberg Projektes (auf Spiegel.de), wird eine Freiheit des Urheberrechtes nicht zwingend gewährleistet. Die Verwertbarkeit der Texte liest sich auf der deutschen Seite etwas strikter als in der englischen Version.

Mehr?
Noch nicht genug Literatur? Dann habe ich da vielleicht noch einen interessanten Link. Die Macher von The Online Books Page haben sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst umfangreiche Liste der im Internet frei erhältlichen Bücher zu erstellen. Praktisch für mich Informations-Junkie: Über neu eingetragene Texte informiert ein Newsfeed RSS.


05
Apr 07

Die Kana lernen und behalten

„Die Kana lernen und behalten“ J.W. Heisig / K. Gresbrand

Ein wahrlich geniales Buch zum Erlernen der Hiragana und Katakana: „Die Kana lernen und behalten Teil 1 + 2„.

Bisher fehlte mir immer die Zeit, mich mit der Methodik der Bilder und Pfade zum Erlernen komplexer Sachverhalte – oder weniger komplexer Zahlenkombinationen – auseinanderzusetzten. In dem Buch von J.W. Heisig und K. Gresbrand konnte ich im eigenen Gehirne erfahren, wie gut sie funktioniert.

Das Buch ist aufgeteilt in zwei Teile. Im jeweils 6 Lektionen werden dem Leser imEersten die Hiragana, sowie Nigorierungs-, Plosiv- und Längungszeichen, im Zweiten die Katakana sowie die zugehörigen Nigorierungs- und Plosivzeichen beigebracht.

Hierbei geht es nicht linear voran. Man springt innerhalb der Lektionen von Zeichen zu Zeichen und folgt dabei häufig einem Faden, mit dessen Hilfe man sich die verschiedenen Zeichen merken kann. Das Springen ist von Nöten, da die Zeichen „alphabetisch“ angehordnet sind, was jedoch nicht der optimalen Lernreihenfolge entspricht.

Das etwas hochgestochene „Alle Hiragana und Katakana in je 3 Stunden“ hatte bei mir am Anfang schon Zweifel geweckt. Nach Bearbeitung des ersten Teiles muss ich jedoch eingestehen, das dies tatsächlich zutreffend ist. Zwar werde ich noch Wiederholungen benötigen um manche Zeichen endgültig zu festigen, ich muss zur Verteidigung des Buches jedoch sagen, dass ich nicht immer mit vollster Konzentration gelernt habe – manchmal im Bus, oder zwischen Tür -und Angel.

Besonders erwähnenswert finde ich die Motivation, die für mich von diesem Buch ausgeht ist. Es motiviert schließlich nichts mehr als ein schnell sichtbarer Erfolg!

Nun aber genug der Worte ^.~ Ein viel besseres Bild des Buches und der Aufbereitung des Lernstoffes bietet die Leseprobe PDF.


23
Jul 06

iCool – Wir sind so jung, so falsch, so umgetrieben

„iCool – Wir sind so jung, so falsch, so umgetrieben“ von Ric Graf

Fertig geworden bin ich gestern mit „iCool – Wir sind so jung, so falsch, so umgetrieben“ von Ric Graf. Ein Buch in dem der Autor an Hand von erlebten Situationen die Probleme seiner Generation reflektiert.

Ich bin auf das Buch über mehrere Zeitschriftenartikel gekommen. Zuerst war ich eher abgeneigt es zu lesen – stand es auf meiner „bloß nicht lesen“-Liste. Nach einem Artikel in der IQStyle diesen Monats jedoch machte mich das Buch dann doch neugierig.

In dem Artikel ging es um die „Generation Unentschieden“, um uns, die wir „so viele Möglichkeiten haben, nur nicht die Möglichkeit uns festzulegen“. In diesem Artikel wurde Ric Graf aus seinem Buch mehrmals zittiert. Und zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir „Hey, so unpassend ist das gar nicht“.

Da mich das Thema „was uns so beschäftigt, was uns ausmacht, wer wir sind“ schon irgendwie interessiert habe ich mir das Buch also bestellt und gelesen. Nach den ersten Kapiteln war ich allerdings schon sehr enttäuscht. Ric Graf beschreibt Situationen, meist Gespräche mit anderen Menschen, Bekannten, Freunden, in welchen ihm Besonders die Probleme seiner Generation bewusst werden – in denen andere dies bestätigen.

Meiner Meinung nach ist seine Welt jedoch sehr spezielle – er ist ein intellektueller Medienmensch. Der in In-Kreisen verkehrt, eine nicht unbeträchtliche Menge an den unterschiedlichsten Drogen konsumiert, säuft, raucht, Party feiert und dazwischen Zweifel hat, wie sein Leben weitergehen soll. In einer Passage spricht er über die üblichen Langweiler – ich würde in diese Gruppierung definitiv zählen, falls ich nicht noch viel schlimmer wäre: Opportunist, Schleimer, Freak, Feigling, ohne Ideale und ohne den Drang cool zu sein. Wie auch immer meine Lebensweise in den Augen eines solchen Party-Menschens aussehen würde. Oh, wahrscheinlich eines, was sie überhaupt nicht ab können, so scheint es mir: Gewöhnlich.

Ein gutes hat dieses Buch allerdings. Obwohl es nicht durch Sprache brilliert (ist aber auch nicht schlecht geschrieben), obwohl es in meinen Augen sehr speziell ist, ist es für mich eine gute Diskussionsgrundlage. Und es eröffnet mir einen vollkommen neuen Blickwinkel. Denn mit solche einem Typus Mensch habe ich eher selten – eher nie – zu tun. Und es ist schon so, dass einige der Probleme, die der Autor beschreibt, auch auf „die Anderen“ zutreffen. Auch ich habe das Problem einsam zu sein, oder mich verloren zu fühlen. Angst zu haben, unsicher zu sein. Ob dies jedoch diese Generation ausmacht oder ob es ein allgemeines Phänomen bei den „Halbstarken“ ist, stelle ich jetzt einfach in den Raum.

Wie ihr seht, ich könnte ewig weiter blubbern ^-^“. Das Thema beschäftigt mich, ist jedoch sehr komplex und ein schaler Beigeschmackt bleibt immern, denn die Informationsaufnahme wird der Komplexität nie gerecht werden. Also freue ich mich darüber, einen anderen Blickwinkel entdeckt zu haben und ein Buch gelesen, welches mich zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Kaufen würde ich es mir allerdings nicht nocheinmal Besitze es ja auch schon ^.~ aber aus der Bibliothek oder von irgendwem geliehen und anschließend bei einem schönen Wein oder nem Eiskaffee ausdiskutiert ist es sicherlich lesenswert. Solange man kritisch bleibt und sich im Hinterkopf behält, dass er nicht alle dieser Generation vertritt. (Dies ist vor allem wichtig, wenn ältere dieses Buch lesen ^-^“ .. wir sind nicht alle so – bloß nicht!!!!! Wir haben uns nicht alle für Party, Drogen und Alkholo als Fluchtmittel vor den Entscheidungen, vor dem Leben entschieden… )