Linkrot, rechtliche Unsicherheiten, Selbstzensur …

Drei der Dinge, die mich überlegen lassen, diesen Blog nach fast 15 Jahren einzustampfen oder zumindest inhaltlich stark zu reduzieren.

Lange war der Blog für mich ein Ort, an dem ich einst entdeckte, gelernte, produzierte Dinge wieder auffinden konnte. Als positiven Nebeneffekt konnte ich sie interessierten Dritten zur Verfügung stellte. Diese Rolle übernahmen nach und nach der RSS-Reader, Microblogging und Bookmarking-Varianten (von Pinboard.in über diverse Read-it-Later-Lösungen). Die Links alter Beiträge verfielen immer schneller und mit dem Alter und dem Wissen stieg mein Bewusstsein für die Gefahren, die das Veröffentlichen von Inhalten mit sich bringen können.

Für etwas, dass ich aus Spaß an der Freude und altruistischen Motiven selbst finanziert produziere, möchte ich weder in einen Shitstorm geraten noch vermeintlich wettbewerbsrechtliche Schäden verursachen und dafür haftbar gemacht werden. Und da die Prüfung auf potentielle Fallstricke einen großen Zeitaufwand darstellen kann, verflogen die immer weniger werdenden Momente der Blog-Motivation.

Ein vierter Punkt, der nicht minder wichtig ist: Die Frage, ob ich überhaupt etwas Neues, etwas Nützliches oder wenigstens halbwegs Interessantes zu sagen habe.

Auf so vielen Ebenen kämpfen Personen, Institutionen, Organisationen mit dem Gleichen und Selben und immer Extremeren um die Aufmerksamkeit des Konsumenten oder um die Anerkennung und die Bestätigung. Egal ob im Marketing des Konsumbereichs oder der Wissenschaft („Publish or Perish“). Ebenso wollte ich dem so verlockende (in Bezug auf das Belohnungssystem) doch auch problematischen Sog der Micro-Anerkennung und Zähler-Vergleiche entfliehen, die auf Dauer eher toxischen Wirkung auf mein generelles Wohlbefinden hatten.

Wo stehe ich nun?

Ich vermisse die positiven Effekte: die Schreibübung, das allmähliche Verfertigen der Gedanken beim Reden Schreiben, den Austausch mit Interessierten, die Möglichkeit auf kommentierte Links zurückzugreifen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Zeit investieren möchte, die Inhalte (über 1000 veröffentlichte Beiträge) durchzuschauen und auf ihre Relevanz zu überprüfen. Vielleicht ist mein Blog auch einfach ein Relikt der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, welcher den Weg so vieler seiner Zeitgenossen gehen muss. Das heutige Internet ist ein anderes als jenes, das ich erleben durfte. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich es jenseits von der Unterstützung mir wichtiger Projekte1 mit“prägen“ kann und will.


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